Wer online ein Paket bestellt, bestellt gleichzeitig auch Müll mit. Die Verpackungen aus Papier und Pappe machen fast die Hälfte des Verpackungsmülls in Deutschland aus. Aber für dieses Problem gibt es bereits Lösungen.

Wer aufgeregt zu Hause sitzt, und auf seine bestellten Produkte wartet, wälzt meistens zwei Fragen in seinem Kopf hin und her: Kommt mein Paket auch rechtzeitig? Und: Bekomme ich die Verpackung noch irgendwie in die Papiertonne gestopft?

Im Jahr 2016 haben die Deutschen laut einer Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung rund acht Millionen Tonnen Müll aus Pappe, Papier und Wellpappe angehäuft. Das ist fast die Hälfte des gesamten Verpackungsmülls in Deutschland. Zum Vergleich: Der Anteil des Verpackungsmülls aus Kunststoff liegt bei rund 16 Prozent. Dabei gilt der Online-Versandhandel als treibende Kraft für den stetig steigenden Müllberg.

Papiermüll hat eine sehr schlechte Umweltbilanz

Zwar lassen sich Papier und Pappe besser als Plastik recyceln und lösen sich im Meer auch besser auf, aber trotzdem wird beim Recycling Energie verbraucht. Und auch in der Herstellung haben Produkte aus Papier eine sehr schlechte Ökobilanz. Sie benötigen viel Holz, Wasser und ebenfalls Energie. Deswegen gilt auch hier: So viel Papiermüll vermeiden wie möglich.

Deswegen könnten Konsumenten erst mal checken, ob das gewünschte Produkt nicht doch in einem Geschäft in der Nähe zu haben ist. Oder sie bestellen bei Onlinehändlern, die ihre Waren in Mehrwegboxen aus Recyclingmaterial verschicken. Ein Mehrweg-Versandsystem ist zum Beispiel die "memo Box". Das sind stabile grüne Boxen aus Recycling-Kunststoff, die innerhalb von 14 Tagen zurückgeschickt werden müssen - wobei auch der Rücktransport natürlich Energie kostet.

Versandtasche aus Kunststoff geht per Post zurück zum Verkäufer

Andere Anbieter von Versandsystemen haben stabile Versandtaschen mit Reißverschluss in verschiedenen Größen entwickelt, ebenfalls aus recyceltem Kunststoff. In den letzten drei Jahren haben immer mehr Online-Händler dieses System für sich entdeckt.

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Wie das Start-up "Lime Loop" in den USA. Deren wiederverwertbare Versandtasche kann klein zusammengefaltet und mit dem Rückschein drauf einfach in den nächsten Briefkasten geworfen werden.

Die großen Onlinehändler haben solche Systeme bislang aber nicht im Angebot, denn die Logistik ist nicht darauf ausgerichtet, dass Mehrwegboxen oder Versandtaschen zurückkommen und ins Lager gestellt werden müssen. Ein Anreiz, das zu verändern, könnte darin bestehen, dass immer mehr Kunden nachfragen, wieso es so ein System bisher nicht gibt.

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