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Es geht um Entschädigung und es geht um Rache – warum nach der Unterzeichnung des Versailler Vertrages nichts mehr war, wie zuvor.

Vor 100 Jahren: Der Versailler Vertrag wird unterzeichnet. Alleiniger Verursacher des Ersten Weltkriegs ist demnach Deutschland, das in der Folge Milliarden schwere Reparationen zahlen soll. Außerdem muss es seine Kolonien und etwa 20 Prozent des Staatsgebietes abgeben und einer Verringerung der Reichswehr auf rund 100.000 Soldaten zustimmen. Zusammen mit den Pariser Vorort-Verträgen, die in den folgenden Monaten mit Deutschlands Kriegsverbündetem Österreich-Ungarn und mit dem Osmanischen Reich ausgehandelt werden, sorgen die Verträge für eine Neuordnung der Welt.

Soldaten in den Fensternischen

Aber der Vertrag, den Außenminister Hermann Müller (SPD) und Verkehrsminister Johannes Bell (Zentrum) am 28. Juni 1919 unterzeichnen, ist nicht von Versöhnung, sondern vor allem von Rache- und Entschädigungsgedanken geprägt. Als die deutsche Delegation den Spiegelsaal von Versailles betritt, stehen fünf französische Soldaten in den Fensternischen. Ihre von Narben übersäten Gesichter, sollen der deutschen Delegation das Ausmaß des Leidens vor Augen führen, das der Erste Weltkrieg über Frankreich gebracht hat.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Marburger Historiker und Buchautor Eckart Conze erläutert die Reaktionen in Deutschland auf den Versailler Vertrag.
  • Jörn Leonhard, Historiker der Universität Freiburg, erklärt die Neuordnung der Welt, die die Pariser Vorort-Verträge ausgelöst haben.
  • Der Passauer Historiker Hans-Christof Kraus berichtet über die Folgen der Vertragsbestimmungen für die deutsche Außenpolitik.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld schildert den schwierigen Start der Weimarer Republik und die breite Ablehnung des Vertrags durch die Bevölkerung in Deutschland.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporter Arne Hell fasst den Inhalt des Versailler Vertrags zusammen.