Fruchtsäfte, Tütensuppen, Chips oder Wein. Viele Lebensmittel enthalten tierische Produkte, von denen wir gar nichts ahnen. Sogar auf Geldscheinen finden sich Spuren von toten Tieren.

Egal ob wir bei unserer Ernährung bewusst auf tierische Lebensmittel verzichten wollen oder nicht. Als Konsument haben wir ein Recht darauf, zu erfahren, was in den Produkten steckt, die wir tagtäglich zu uns nehmen.

Tierprodukte werden als Aroma oder E-Nummer getarnt

Bei Chips ist uns klar, dass neben den Kartoffeln noch verschiedene Gewürze mitverarbeitet werden. Aber den wenigstens dürfte bewusst sein, dass auch Lab von Kühen oder Damwild in der Gewürzmischung stecken kann - ein Mix aus Enzymen, das aus dem Magen von Wiederkäuern gewonnen wird. Für diesen tierischen Inhaltsstoff besteht allerdings keine Kennzeichnungspflicht.

"Bei Chips reicht es aus, wenn Aromen nur als "Aroma" gekennzeichnet werden. Es muss nicht draufstehen, dass das Aroma vom Tier kommen kann. Also Kälberlab oder Wild werden eingesetzt und das muss nicht als tierischer Bestandteil gekennzeichnet sein."
Sophie Unger, foodwatch

Ein ähnliches Problem besteht bei einigen Getränken wie Fruchtsäften und Wein. Die werden häufig mit Schweine- oder Fischgelatine von Trübstoffen befreit. Das sind kleinste Schwebstoffe, die vom Fruchtfleisch oder auch der Schale der verwendeten Frucht stammen können.

Gesetzliche Grauzone bei der Getränkeherstellung

Auch wenn die Gelatine vor der Abfüllung des Getränks wieder entfernt wird, war das Produkt in Kontakt mit tierischem Eiweiß.Trotzdem ist der Hersteller per Gesetz nicht dazu verpflichtet, die eingesetzte Gelatine zu kennzeichnen. Selbst wenn die Gelatine als Trägerstoff für zugesetzte Vitamine verwendet wird und im Fruchtsaft verbleibt.

Euroscheine sind veganer als O-Saft

Sogar in britischen Geldscheinen stecken tierische Bestandteile. Die neue Fünf-Pfund-Note wurde dort mit Rinderfett versiegelt, was zu einer großen Diskussion auf der Insel geführt hat.

In Deutschland bezahlen wir als Mitglied der Eurozone hingegen mit Scheinen, die zu 100 Prozent aus Baumwolle hergestellt sind. Selbst die Tinte und die Sicherheitshologramme sind frei von tierischen Inhaltsstoffen. Unser Euro ist also ein komplett veganes Zahlungsmittel.

"Uns geht es nicht darum, dass alle Hersteller umstellen sollen, sondern einfach nur, dass draufgeschrieben wird, wenn tierische Produkte zum Einsatz kommen. Am besten natürlich inklusive der verwendeten Tierart."
Sophie Unger, foodwatch

Für uns Konsumenten gilt in Bezug auf Lebensmittel: Genau hinschauen. Leider sind die Begriffe vegan und vegetarisch lebensmittelrechtlich nicht eindeutig definiert, sagt Verena von Keitz. Solange müssen wir den Konzernen vertrauen, die unsere Lebensmittel herstellen.