Wer ein Kind zu Welt bringen, kann das ab dem 1. Mai unter einem Pseudonym machen. "Vertrauliche Geburt" nennt sich das dann. Der echte Name der Mutter wird in einem versiegelten Kuvert hinterlegt und 16 Jahre lang unter Verschluss gehalten. Dann hat das Kind die Chance herauszufinden, wer seine Mutter ist.

Bislang war es nur möglich, dass Frauen ihre Kinder anonym im Krankenhaus zur Welt bringen. Frauen, die ein Kind ohne medizinische Hilfe zur Welt bringen, können das Kind auch anonym in einer Babyklappe abzugeben. In beiden Fällen haben die Kinder später nicht die Möglichkeit den Namen der leiblichen Mutter zu erfahren.

Die vertrauliche Geburt soll das ändern. Zum einen, damit die werdenden Mütter bei der Geburt medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Zum anderen, damit die Kinder, die später zur Adoption freigegeben werden, den Namen der leiblichen Mutter erfahren können.

"Die Frau muss nur einmal ihren tatsächlichen Namen nennen. Wenn die Beratungsstelle mit ihr einen Herkunftsnachweis erstellt."
Heike Pinne, Schwangerschaftsberaterin bei Pro Familia in Darmstadt

Bei der vertraulichen Geburt legen sich die Frauen ein Pseudonym zu. Ihren tatsächlichen Namen müssen sie nur ein einziges Mal nennen: Wenn sie mit der Schwangerschaftsberaterin einen Herkunftsnachweis erstellen.

Der Herkunftsnachweis enthält den Namen und die Adresse der leiblichen Mutter. Er wird in einem versiegelten Umschlag an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln geschickt und dort verwahrt - 16 Jahre lang. Dann darf das anonym geborene Kind den Namen der leiblichen Mutter erfahren.

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