Microsoft Teams oder Skype, Jitsi, Google Hangouts, Facetime oder Zoom – Das ist nur eine Auswahl an Videochat-Tools, die viele von uns derzeit nutzen, sei es im Homeoffice oder um Freunde zu sehen. Eva Wolfangel ist freie Journalistin und beschäftigt sich mit Digitalisierung und künstlicher Intelligenz – sie erklärt, wie sicher die verschiedenen Chats sind.

Zoom wurde in den vergangenen Wochen viel kritisiert. Ein Grund dafür unter mehreren war das sogenannte Zoom-Bombing, bei dem sich wildfremde Menschen in einen Chat eingewählt haben, um Unterhaltungen oder Konferenzen dann mit pornografischen Inhalten oder Trash zu stören.

An dieser Stelle hat Zoom nachgebessert, sagt Eva Wolfangel. Chats lassen sich inzwischen mit einem Passwort schützen und außerdem gibt es einen Warteraum für neu zugeschaltete Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die vom Host zugelassen werden müssen. Aber noch immer wird Zoom wegen seiner Datenschutzprobleme kritisiert.

"Das war aus meiner Sicht eine kleine Baustelle, einfach zu lösen."

Im Prinzip funktionieren alle Videochats ähnlich. Wenn es aber um Sicherheit und Privatsphäre geht, empfiehlt Eva Wolfangel Jitsi. Das ist ein Open-Source-Tool, das viele Menschen gemeinsam entwickelt haben. "Was daran gut ist, ist, dass dahinter kein Unternehmen steckt, das Daten sammelt", sagt die Journalistin.

Sicherheit und Daten – das sind die großen Themen

Und genau das seien die zwei großen Themen, um die es bei den Problemen des Videochats gehe: Viele Unternehmen sammeln auf diese Weise Daten. Zoom etwa hat Daten an Facebook weitergegeben, erklärt Eva Wolfangel, und sammelt aber auch für eigenen Zwecke, ohne deutlich zu machen, was damit geschieht.

"Jitsi ist ein Open-Source-Tool, das von einer Gemeinschaft entwickelt worden ist, weil sie es wichtig findet, dass es eine freie und gute Videokonferenz-Software gibt, hat eben nicht das Interesse, Daten zu sammeln – weil niemand daran Geld verdient."

Viele Menschen würden hier dasselbe Argument anführen wie zum Beispiel bei Facebook. Nämlich, dass sie nichts zu verbergen haben. Eva Wolfangel findet das problematisch, weil schon die Information, wann wir mit einer bestimmten Person sprechen, viel über unsere Persönlichkeit aussagt.

"Bei Zoom wurde viel darauf gesetzt, ein schönes Tool zu machen, was gut funktioniert."

Ein weiterer Punkt ist, dass diese Software unsere Rechner verwundbar macht. Zoom etwa sei ziemlich schlampig programmiert. Es funktioniert gut, man kann problemlos mit vielen Menschen gleichzeitig sprechen, ohne dass es ruckelt. Allerdings sei wenig auf die Sicherheit geachtet worden, sagt Eva Wolfangel.

Sie hat darüber mit einem Programmierer gesprochen, und der habe sofort einige Sicherheitslücken gefunden. Für Hacker sei die Software ein Einfallstor, um Daten von unseren Rechnern zu klauen. Die Journalistin empfiehlt deswegen Zoom nur über den Browser zu nutzen oder am besten gleich auf eine Open-Source-Software wie Jitsi umzusteigen.