"Kind, du bist zu schlecht in Fortnite!" In den USA haben Eltern solche Sätze in letzter Zeit anscheinend öfter gesagt, denn dort lassen sie ihre Kinder mittlerweile in Videospielen coachen. Auch in Deutschland gibt es solche Games-Coaches.

Eltern in den USA sorgen sich offenbar, dass ihre Kinder Minderwertigkeitskomplexe bekommen und ausgeschlossen werden, wenn sie nicht gut sind in den Spielen, die in ihrem Freundeskreis gezockt werden. Es gibt mittlerweile sogar Webseiten, die Coaches vermitteln, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ilka Knigge. Diese Vermittlungsagenturen richten sich an alle möglichen Zocker.

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Bidvine ist eine Agentur in den USA, die schon über 1000 Coaches vermittelt hat. Und auch in Deutschland gibt es eine Coachvermittlung. Nicolas Reber ist der Geschäftsführer bei GamerLegion, der einzigen in Deutschland ansässigen Vermittlung. Reber hat selbst Spieler jeden Alters trainiert.

"Gerade was Fortnite angeht, sind es dann wirklich auch Kinder, die von ihren Eltern zu uns geschickt wurden. Aber in allen anderen Spielen auch Spieler in allen Altersklassen."

Fortnite ist ein sogenanntes Battle Royale Game. Die Spielerinnen und Spieler müssen im Spiel Gegenstände sammeln, sich für den Kampf rüsten und dann gegen andere Gamer antreten. Ungefähr 125 Mio Leute zocken den Titel aktuell.

Trainingsstunden in Fortnite

Coach und Spieler sitzen beim Üben beide vor den PCs und reden über Telefonie-Programme wie Teamspeak oder Discord miteinander. Dabei kann der Coach zum Beispiel selbst mitspielen, dem Spieler nachlaufen oder vorgehen, um dem Schüler bestimmte Spielweisen zu zeigen. Die Coaches sind oft Studenten oder sehr gute Spieler, die sich einen Namen gemacht haben und dann begonnen haben, mit einer Agentur zusammenzuarbeiten.

Jagd nach Preisgeldern nebensächlich

In den E-Sports gibt es teilweise große Preisgelder. Bei Fortnite sind Gewinnbeträge von 100 Millionen Dollar pro Jahr im Gespräch gewesen. Bei der Agentur GamerLegion gehe es am Ende aber einfach darum, in etwas richtig gut zu sein und Erfolgserlebnisse zu haben, sagt Nicolas Reber. 

"Es ist möglich, jeden Spieler – auch vollkommen talentfreie Spieler – auf ein gutes Niveau zu bringen, aber die Millionen-Preisgelder, die werden die dedizierten Profis bekommen.“
Nicolas Reber, Geschäftsführer bei GamerLegion​

Durch Coaching kann aber niemand mal eben zum krassen Gamer-Profi und E-Spots-Helden werden, so Reber. 

Für Coaching geben die Spielerinnen und Spieler übrigens 10 bis 30 Euro die Stunde aus, bei den ganz bekannten Profi-Coaches können es auch mal 60 bis 100 Euro pro Stunde sein.

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