Die Temperaturen sinken, der Andrang auf die Saunen steigt. Das Gute: Richtig heiße Temperaturen vertragen Viren gar nicht gut. Aber: Thermen, Bäder und Spas bergen auch Risiken.

Es ist kalt in Deutschland - beste Zeit für Sauna, Dampfbad und Co.! Viele freuen sich darauf, fürchten sich aber auch vor möglichen Ansteckungsrisiken – immerhin kommt man in warmen, mitunter feuchten Räumen auf engstem Raum mit vielen Fremden zusammen. Das Coronavirus ist das eine, aber auch Grippe oder andere Krankheiten könnte man sich so einfangen, oder? Wie gefährlich ist das Saunieren wirklich?

"In einer sehr heißen Sauna – 90 Grad – geht es den Viren schon nicht mehr so gut. Da kann ich durchaus davon ausgehen, dass ziemlich viele draufgehen."
Laura Weisenburger, Ärztin

Es kommt darauf an, wo und wie in der Therme ihr euch bewegt. Eine richtig heiße Sauna ist sogar ein ziemlich guter Ort. Denn: Bei etwa 90 Grad können Viren nur etwa zehn Minuten überleben, hat Deutschlandfunk-Nova-Reporter Alex Werth herausgefunden: "Ganz grob kann man als Faustregel sagen: Je heißer, desto ungefährlicher."

Aufgüsse, bei denen es so richtig schön bullig wird, sind demnach also ein ziemlich guter Zeitpunkt. Bei niedrigeren Temperaturen halten Viren nämlich schon deutlich länger durch: in einer 50 bis 60 Grad heißen Sauna etwa eine halbe Stunde, sagt die Ärztin Laura Weisenburger, die Alex dazu befragt hat.

Hitze ist nicht nur gut

"Je trockener es ist, desto zäher wird der Schleim, den wir alle in den Atemwegen haben und desto leichter können sich da wiederum Keime absetzen."
Laura Weisenburger, Ärztin

Hitze ist also gut, weil sie Viren das Leben schwer macht. Allerdings hat sie auch Nachteile: Die heiße Luft in der Sauna ist nämlich nicht zuträglich für unsere Schleimhäute, beispielsweise in unserer Nase, warnt die Ärztin. Sie können trockener und empfindlicher werden, was es Keimen wiederum einfacher macht, sich dort einzunisten.

Immer schön Abstand halten

Innerhalb der Sauna empfiehlt es sich zudem, Abstand zu anderen Saunagästen zu wahren. Denn zwar mögen dank Hitze und auch Zutrittsregeln weniger Viren umherschwirren, aber man fängt sie sich eben auch einfacher ein, falls doch wer infiziert ist und man nah beieinander sitzt. Wer sich hier mit einer Mund-Nase-Maske schützt, sollte darauf achten, dass die nicht feucht wird. Denn dadurch verliert sie ihre Schutzfunktion, warnt unser Reporter.

Und Einschränkungen gelten auch für die anderen Bereiche in Bädern und Thermen: In den Ruhebereichen und Schwimmbecken herrscht nämlich anders als in heißen Saunen ein perfektes Klima für Viren: es ist feucht und warm. Und das sind eben beste Voraussetzungen für die Erreger, um sich auszubreiten.

Ansteckung mit Viren: Höheres Risiko in Dampfbädern

Besonders virenfreundlich sind: Dampfbäder! Der Grund: Aerosole. Virenpartikel sind nämlich in der Lage, sich an andere Tröpfchen anzuheften. Heißt: In einem Dampfbad können sie sich länger in der Luft halten.

"Das Dampfbad ist wirklich ein Paradies für Viren!"
Alexander Werth, Dutschlandfunk-Nova-Reporter

Hinzu kommt, dass besonders das feucht-warme Klima im Dampfbad, das unserem eigenen Körperklima ähnelt, einen guten Lebensraum für Viren bietet. Deshalb sind Dampfbäder vielerorts auch noch geschlossen.

Nur gesund in die Sauna

Wer eine Erkältung oder etwas ähnliches hat, sollte ganz davon absehen, in die Sauna zu gehen, sagt die Ärztin. Zum einen ist das für den eigenen Organismus belastend. Gut fürs Immunsystem ist nur, gesund zu saunieren. Zum anderen ist es rücksichtslos anderen gegenüber: Selbst wenn man sicher weiß, dass man nicht Corona-Infiziert ist – eine Erkältung mag sich auch niemand einfangen.