Seit Monaten grassiert in Deutschland die Vogelgrippe - laut Bundeslandwirtschaftsministerium noch nie so schlimm wie in diesem Winter. Freilandbetriebe sind in ihrer Existenz bedroht, die Folgen bekommen jetzt auch wir zu spüren: Langsam werden die Freilandeier knapp.

Bisher sind in insgesamt 15 Bundesländern Fälle der Vogelgrippe aufgetreten, sagt das Friedrich-Loeffler-Institut, das für die Risikoanalyse der H5N8-Fälle zuständig ist. Besonders weit verbreitet ist die Vogelgrippe im Norden Deutschlands. Von der Küste Mecklenburg-Vorpommerns hat sich die Vogelgrippe in diesem Winter dann in Richtung Westen nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein verbreitet. Hier, aber auch in Teilen Süddeutschlands, werden die Freilandeier mittlerweile knapp. Wer glaubt, dass Freilandeier dann halt aus anderen Teilen Deutschlands zu beziehen sind, irrt:

"In Deutschland leben ungefähr 44 Millionen Legehennen, davon ist mehr als jedes Sechste ein Hühnchen, das in einem Freilandbetrieb lebt und im Norden sind halt einfach die meisten."
Martin Schütz, DRadio Wissen

Noch kommen Freilandeier in den Handel, aber in vielen Teilen Deutschlands müssen die Hühner im Stall leben und dürfen nicht mehr raus. Zwölf Wochen lang gelten sie dann auch noch als Freilandtiere, wenn die Stallpflicht aber länger gilt, dann müssen ihre Eier als billigere Eier aus Bodenhaltung verkauft werden. Supermärkte weisen bereits darauf hin, dass bestimmte Eier eigentlich von Freilandbetrieben kommen, aber jetzt wegen der Vogelgrippe als Eier aus Bodenhaltung verkauft werden müssen.

Betriebe sind existenzgefährdet

Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft, warnt davor, dass viele Betriebe in Not geraten: "Die Freilandeierproduzenten sind hochgradig gefährdet. Der Preis zwischen Bodenei und Freilandei differiert um bis zu vier Cent". Ein großes Problem für die Freilandbetriebe.

"Die Freilandbetriebe haben höhere Kosten im Stall- und Auslaufbereich, den sie vorhalten müssen und den sie jetzt auf der Kostenseite nicht erstattet kriegen."
​Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft

Besonders bitter für die Betriebe ist, dass mit Ostern in ein paar Wochen eigentlich das Geschäft für Eierproduzenten ansteht.

Frühling und UV-Strahlung versprechen Besserung

Das Friedrich-Loeffler-Institut kommt in seiner aktuellen Risikoanalyse immer noch zu dem Schluss, dass die Gefahr groß ist und die Infektion weiterhin mit großer Dynamik erfolgt und sich täglich neue Tiere anstecken. Friedrich-Otto Ripke hat aber zumindest die Hoffnung, dass der Frühling mit steigender Wärme und UV-Strahlung helfen wird, auch wenn das noch ein paar Wochen hin ist:

"Ich habe dann doch die Hoffnung, dass die UV-Strahlung für das Virus negativ wirkt und wir im Frühling ein Abnehmen der Vogelgrippe bekommen."
​Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft