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Ständig erscheinen neue Serien und Filme, doch wir lieben das alte Zeug, wie "Friends", "Game of Thrones" oder "Basic Instinct". Oft passen die Inhalte nicht mehr in unser Weltbild – etwa weil sie sexistisch oder homophob sind – doch das hält uns nicht vom Schauen ab. In dieser Ab21-Folge besprechen wir, warum unser nostalgisches Komfortgucken schwierig sein kann, aber nicht immer sein muss.

Die US-Sitcom "Friends" ist eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten – polarisiert aber auch ziemlich. In 236 Episoden, verteilt auf zehn Staffeln hängt die Clique um Phoebe, Rachel, Monica, Joey, Chandler und Ross unfassbar viel Zeit in einem New Yorker Café namens Central Perk herum.

Der Cast der Serie "Friends".
© IMAGO / Mary Evans
Der Cast der Serie "Friends".

Zwar hat es seit über 25 Jahren keine neue Folge mehr gegeben, aber da "Friends" zum wiederholten Mal auf Netflix läuft, wird immer noch heftig diskutiert. Denn zwischen dem üblichen Freundes-, Berufs-, und Beziehungswirrwarr lässt sich auch ziemlich viel Homo- und Transphobie, Sexismus oder Dickenfeindlichkeit finden. Immer wieder stellen sich Zuschauende deshalb die Frage, ob sie überhaupt noch Gefallen an derartigen Inhalten finden dürften.

"'Friends' ist ja trotzdem lustig. Die Serie besteht nicht nur aus problematischen Darstellungen."
Sibel Schick über die Gründe für ihr 'Friends'-Rewatching

Die Journalistin Sibel Schick schaut gerade alle Folgen von "Friends" noch mal an. Grundsätzliche sei das eine lustige Serie, begründet sie den Rewatch, doch die aus heutiger Sicht problematischen Momente würden ihr schnell den Spaß verderben. Im Podcast erklärt Sibel, warum sie sich vor allem an der klischeehaften Darstellung der Arbeiterklasse – in der Serie personifiziert durch Joey und Phoebe – stört.

Sibel Schick
© Valerie-Siba Rousparast
Journalistin Sibel Schick ist der Meinung, dass Kunst und Kultur auch Realität schafft.

Stereotype Rollen und ihre Auswirkungen

Die Journalistin Nhi Le beschäftigt sich damit, wie Serien und Filme unsere Wahrnehmung auf das Frausein beeinflussen. Sie sagt, dass ostasiatische Frauen zum einen hypersexualisiert und gleichzeitig unterrepräsentiert sind. Derartige Stereotype machen Nhi Le wütend – auch, weil sich die Folgen dieser klischeehaften Darstellungen selbst in ihren Alltag auswirken.

"Ich bekomme anzügliche Sprüche auf der Straße. Mein Körper oder sogar meine Genitalien werden kommentiert, weil all diese Stereotype auf mich projiziert werden."
Journalistin Nhi Le über die Auswirkungen von Sterotypen in Medien auf ihren Alltag

Auf eine Kolumne zu diesem Thema hätten viele betroffene Frauen ähnliche Erfahrungen mit Nhi Le geteilt, erzählt sie. So hätten sie ihr beispielsweise berichtet, dass sie von Partnern als "exotische Trophäe" betrachtet würden oder ihnen unterstellt werde, sie seien "eingekaufte Frauen", wenn sie mit ihrem weißen Vater als Tochter einer asiatischen Mutter unterwegs seien.

Alte Serien und Filme mit anderen Augen sehen

Der Filmexperte Wolfgang M. Schmitt erklärt, mit welchem Blick wir alte Filme und Serien gucken sollten. "Wenn man alte Serien anschaut, gibt es immer so etwas wie eine historische Schlacke", sagt er. "Das heißt, es werden Worte verwendet, die wir heute nicht mehr benutzen. Da sind Umgangsformen, die wir inzwischen unpassend finden." Im Podcast verrät er, wie wir mit einem zweiten Blick oder einer anderen Perspektive Filme und Serien mit ganz anderen Augen sehen können.

Wissenswertes zu Serien:

  • Mit durchschnittlichen Produktionskosten in Höhe von rund 21,7 Millionen US-Dollar (rund 18,11 Millionen Euro) pro Folge ist die HBO-Produktion "The Pacific" aus dem Jahr 2010 die teuerste Serie weltweit. Die britische Netflix-Produktion "The Crown" sowie Emergency Room folgen auf Platz zwei mit Produktionskosten von rund 13 Millionen US-Dollar (rund 10,85 Millionen Euro) pro Folge. "Friends" landet mit 10 Millionen US-Dollar (rund 8,34 Millionen Euro) pro Folge auf Platz sieben.
  • Auf dem ersten Platz der meistgesehenen Serien im deutschen Fernsehen bei den 14 bis 49-Jährigen landete im Jahr 2020 "Der Lehrer" (RTL) mit durchschnittlich knapp 1,5 Millionen Zuschauenden. "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" verzeichnete im Durchschnitt rund 1,22 Millionen Zuschauerinnen in dieser Altersgruppe und belegte den zweiten Platz.
  • Im Jahr 2020 hatten der Verbrauchs- und Medienanalyse zufolge rund 12,9 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre einen Film oder eine Serie des Genres Action/Abenteuer gestreamt, heruntergeladen oder gekauft – damit ist das Genre am beliebtesten. Auf dem zweiten Platz landeten Krimis und Thriller und auf dem dritten das Genre Komödie/Satire.
  • Im Jahr 2020 gab es laut der Verbrauchs-und Medienanalyse in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren rund 10,84 Millionen Personen, die sich mehrmals wöchentlich Filme oder Serien (zum Beispiel DVDs, Blu-Rays, Streams) ansahen.

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