Wer schon mal eine schlechte Nachricht überbringen musste oder sogar selbst eine mitgeteilt bekommen hat, der weiß: Das ist eine sehr unangenehme Sache. Was ist besser: Das Gegenüber langsam auf den Schock vorbereiten oder ganz direkt raus damit?

Schlechte Nachrichten überbringt niemand gerne. Aber schlechte Nachrichten hören – das will erst recht niemand. Aber manchmal kommen wir eben nicht drum rum. 

Was willst du lieber hören?

Du: Wie schön, dass du da bist. Du siehst toll aus.

Dein Date: Danke. Aber wir müssen sprechen.

Du: Was ist los?

Dein Date: Es liegt nicht an dir. Aber ich habe mich in jemanden anderen verliebt und will nur mit dieser Frau zusammen sein.

oder

Du: Wie schön, dass du da bist. Du siehst toll aus.

Dein Date: Danke. Ich hatte echt ne tolle Zeit mit dir in den letzten Monaten.

Du: Das freut mich. Ich finde, wir passen auch echt gut zusammen.

Dein Date: Ja, hat Spaß gemacht.

Du: Du redest in der Vergangenheit über uns…

Dein Date: Es liegt nicht an dir. Aber ich habe mich in jemanden anderen verliebt.

Du: Du machst also Schluss mit mir …

Die Studie

US-amerikanische Forscher haben 145 Menschen gefragt - und zwar mithilfe der beiden Beispiele oben. Sie wollten herausfinden, wie wir am liebsten schlechte Nachrichten überbracht bekommen wollen – wenn es denn schon sein muss. Die Probanden sollten dann entscheiden, welche Version sie lieber hören wollten: die ganz direkte, oder die etwas weniger direkte Version.

"Vielleicht ist es auch gut, wenn man es einmal kurz rausposaunt und dann weiß derjenige, worum es geht."
Svenja, Zahnärztin

Die Mehrzahl der Probanden hat die direktere Version bevorzugt. Die Forscher schließen daraus, dass es in den meisten Fällen besser ist, sofort mit der Nachricht rauszurücken. Langes Drumrumreden hilft in dem Moment höchstens, sich selbst vor der unangenehmen Situation zu drücken.

Beispiel aus der Studie "Bad News First"

Wie direkt wir es hören wollen, hängt aber auch von der Art der schlechten Nachricht ab. Wenn es um eine lebensbedrohliche Situation geht, wollen wir wohl am liebsten ohne Umschweife informiert werden. Wenn etwa mein Haus brennt, will ich hören: 

"Es brennt!". 

Und nicht: 

"Du, da gibt es was, was du vielleicht wissen solltest... das Haus brennt!".

Bezieht sich die schlechte Nachricht auf unser soziales Verhalten, wünschen wir uns aber lieber einen kleinen Puffer, damit wir uns darauf gefasst machen können. Dafür reicht aber schon ein kurzer Einleitungssatz aus.

Zum Beispiel das berühmte:

"Ich muss dir was sagen...".