Es ist der Klassiker der guten Vorsätze fürs neue Jahr: Weniger Alkohol. Unter dem Label "Dry January" haben viele damit schon angefangen – und natürlich ist es nicht zu spät, noch einzusteigen. Auch Promis hängen sich dran, aber eher aus Verkaufsgründen.

Alkoholverzicht nach dem Jahreswechsel ist natürlich nicht neu. Finnlands Regierung rief bereits in den 1940er Jahren ihre Bürger*innen zum "nüchternen" Januar auf, so unsere Reporterin Anke van de Weyer.

Ab den Nullerjahren kam dann der "Dry January" auf, vor allem in den USA und Großbritannien. Dahinter steckt auch eine Kampagne, um zum Nachdenken über den persönlichen Alkoholkonsum anzuregen. Seit 2014 liegen die Markenrechte am "Dry January" bei einer britischen Wohltätigkeitsorganisation, die über die Folgen von Alkohol aufklärt.

Nüchtern ins neue Jahr starten

Über die soziale Medien wird der "Dry January" immer mehr zum Lifestyle, so Anke van de Weyer. Mittlerweile hängen sich auch Stars an den Trend dran. Wie zum Beispiel die Pop-Sängerin Katy Perry, die ausgerechnet im Januar ins Geschäft mit anti-alkoholischen Drinks eingestiegen ist und mit "Wir bringen dich durch den Dry January" wirbt.

"Über die soziale Medien wird der 'Dry January' immer mehr auch zu einem Lifestyle-Ding."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Aber die Sängerin ist nicht die einzige, die anti-alkoholische Getränke verkaufen will. Der Markt mit alkoholfreiem Wein, Sekt oder auch Schnaps boomt. Laut dem Marktforschungsunternehmen Nielsen ist der Verkauf von anti-alkoholischen Getränken 2020 um ein Drittel gestiegen. Und das Angebot wird immer besser. In den Regalen steht längst nicht mehr der eine alkoholfreie, pappsüße Wein oder Sekt, der vor allem für schwangere Frauen gedacht ist.

Corona und der Alkoholkonsum

Wie sich die Coronapandemie auf unseren Alkoholkonsum ausgewirkt hat und noch auswirkt, kann noch nicht eindeutig beantwortet werden. Der Global Drug Survey ist die weltweit größte Umfrage zum Drogenkonsum, an der regelmäßig über 50.000 Menschen anonym teilnehmen.

Im Global Drug Survey vom Juni 2020, also wenige Monate nach Ausbruch der Pandemie, gab ein Drittel der Befragten an, mehr Alkohol zu trinken als noch vor Corona. Knapp ein Drittel gab an, früher am Tag mit dem Trinken anzufangen. Und etwas weniger als ein Viertel der Befragten sagte, dass sie weniger trinken würden als vor der Coronapandemie.

"Wenn man nach dem 'trockenen Januar' wieder Alkohol in sich reinschüttet bis zum 'Gehtnichtmehr', dann haben sich die positiven Auswirkungen bald wieder erledigt."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Ein Monat ohne Alkohol, also ein "Dry January", ist generell gut für das eigene Immunsystem. "Die Leber wird entgiftet. Man schläft besser und hat bessere Haut", so Anke van de Weyer.

Wie schnell der Körper reagiert, ist natürlich auch abhängig davon, wie viel man sonst an Alkohol konsumiert. Und wie nachhaltig der Verzicht im Januar ist, hängt natürlich auch davon ab, wie viel man ab Februar wieder an alkoholischen Getränken zu sich nimmt.