Die Deutsche Bahn will ab dem 1. Januar kostenloses WLAN für alle einführen. Also jetzt auch in den Waggons der Zweiten Klasse. Derzeit werden die rund 250 ICEs mit der entsprechenden Technik ausgestattet. Doch schon vor dem Jahreswechsel können sich viele Bahnkunden in das Netz einbuchen. Denn das System wird schon in zahlreichen Zügen getestet.

Kostenloses WLAN beim Bahnfahren klingt zwar toll, aber einige Experten warnen davor, sich ins WLAN-Netz der Bahn einzuwählen. Denn auf das Bahn-Netz kann ohne Eingabe eines besonderen Passwortes zugegriffen werden.

“Andere Passagiere im Zug, die auch mit der WLAN-Testversion verbunden sind, können Sie mit Hilfe von leicht zugänglichen, kostenlosen Tools ausspionieren.“
Filip Chytry vom Anti-Viren-Hersteller Avast

Nun kommt diese Warnung ausgerechnet von einem Anti-Virenhersteller, sagt DRadio-Wissen-Reporter Andreas Noll. So jemand hat auch ein geschäftliches Interesse daran, vor Gefahren beim Surfen zu warnen. Andreas Noll findet aber den Hinweis des Sicherheitsexperten wichtig, darauf zu achten, dass man über VPN-Dienste surft, also über ein Virtuelles privates Netzwerk.

Ihr könnt so etwas mit ein bisschen Kenntnis über den eigenen Router selbst aufbauen oder ihr benutzt den kostenlosen Service Hotspot-Shield. Damit werden dann die Daten zum Internet nicht über den Hotspot geleitet, sondern durch einen Tunnel in das VPN von da in das Internet und dann zurück.

Die Bahn findet: Alles kein Drama

Die Deutsche Bahn sagt, auch nach der aktuellen Testphase bleibe der Zugang zum WLAN offen, also ohne Passwort. Sie rät zwar zum Einsatz von VPNs, betont aber auch, das Bahn-Netz sei trotzdem sicherer als normale ungeschützte offene WLAN-Netze. Hundertprozentige Sicherheit könne man allerdings nicht geben und für die Datensicherheit sei jeder User selbst verantwortlich.

"Die Bahn ist da ja schon ein gebranntes Kind. Es ist nicht das erste Mal, dass der WLAN-Service der DB unter Verdacht steht, nicht ausreichend abgesichert zu sein."
Andreas Noll, Netzreporter

Laut einer Studie des Antiviren-Herstellers sind die User nicht ausreichend für Sicherheitslücken sensibilisiert. Demnach bevorzugen 71 Prozent der Deutschen frei zugängliche WLAN-Hotspots ohne Passwort und Login. Nur neun Prozent setzen demnach auf VPN-Dienste. Die Deutschen lieben also das Datenrisiko.