Der Kilauea auf Hawaii ist einer der aktivsten Vulkane weltweit. Seit Tagen spuckt er Lava, die so heiß ist, dass selbst die Straße brennt.

Wie lange wird der Vulkanausbruch auf Hawaii noch dauern? Das fragen sich wohl viele Inselbewohner, die von dem Naturereignis betroffen sind. Seit Tagen spuckt der Kilauea dort Lava, bis zu 60 Meter hoch in die Luft.

Mindestens 35 Gebäude wurden seitdem zerstört, rund 1700 Menschen mussten ihre Häuser im Osten von Big Island verlassen. Denn gefährliche Gase und Lava strömen auch durch Risse in der Erdoberfläche nach oben, die sich an unterschiedlichen Stellen auftun können. Das ist typisch für die Schildvulkane auf Hawaii.

Lava ist geschmolzenes Gestein, das über 1000 Grad heiß ist, wenn es aus dem Vulkan austritt. Die Lava selbst brennt nicht, erklärt der Vulkanologe Ulrich Küppers: "Was man auf den Bildern sieht, ist, dass die Vegetation oder irgendetwas, das brennen kann, von der Lava in Brand gesetzt wird." Auch Straßen werden durch Lava zerstört - sie verbrennen schlicht.

"Das Bitumen, also der Teer, wird verbrannt durch die Hitze der Lava. Das sieht man auch durch den grauen, braunen Rauch, der dann üblicherweise aufsteigt."
Ulrich Küppers, Vulkanologe

Ein Fall für den Presslufthammer

Ein großer Lavastrom kann tage- oder gar wochenlang warm bleiben, sagt Ulrich Küppers. Was von der erkalteten Lava nach einem Ausbruch übrig bleibt, müsse dann meist mühselig wieder entfernt werden: "Abgekühlte Lava ist letztendlich ein ausgehärtetes, schwarzes, poröses Gestein - das bekommt man nur mit dem Presslufthammer weg", erklärt er. Das Gestein sei zwar stabil, es würde Menschen oder Autos tragen, doch "es ist von der Oberflächenbeschaffenheit nicht so, dass man darauf Auto fahren will."

"Ein Lavastrom mit einem Meter Mächtigkeit, der kann tagelang, vielleicht wochenlang, noch warm sein."
Ulrich Küppers, Vulkanologe

Übrigens handelt es sich bei dem Vulkanausbruch auf Hawaii nicht um einen neuen Ausbruch - der Kilauea breche nämlich eigentlich seit Jahrzehnten aus, so der Wissenschaftler.

"Für uns Wissenschaftler ist das nicht ein neuer Ausbruch. Es ist momentan 'nur' eine neue Episode im Zuge eines Ausbruchs des Vulkans Kilauea, der seit Anfang Januar 1983 andauert."
Ulrich Küppers, Vulkanologe

Ulrich Küppers schätzt, dass es einige Jahre dauern wird, bis sich auf dem Lavagestein Hawaiis wieder Büsche und Bäume angesiedelt haben. Das liegt an dem Klima auf der Insel. "Wenn wir uns dasselbe Szenario für Island ansehen, dann ist 100 Jahre nach dem Ausbruch außer ein paar Moosen dort vermutlich nichts auf dem Lavastrom gewachsen."

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