Der Ätna ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. Bei seiner jüngsten Eruptionswelle hat es eine Explosion gegeben - als Lava auf Schnee traf. Vulkanologe Thomas Walter erklärt, was da passiert ist.

Der Ätna auf Sizilien ist mit rund 3300 Metern Höhe Europas höchster Vulkan und zum Teil mit Schnee bedeckt. Immer mal wieder spuckt der Vulkan Lava.

Ende Februar ist der Ätna ausgebrochen - über ein Jahr nach seinem letzten Ausbruch. Mehrere Eruptionen haben seitdem stattgefunden. Am 16. März kam es schließlich zu einer Explosion, bei der zehn Menschen, darunter Wissenschaftler und Touristen, verletzt wurden. Eine BBC-Journalistin war dabei und hat das Ganze gefilmt. Man sieht eine riesige Rauchwolke, es fliegen Felssteine durch die Gegend.

Vulkanologe Thomas Walter sagt: Das war keine direkte Explosion am Gipfel des Vulkans. Die Explosion entstand durch einen Lavastrom, der ins Tal runtergeflossen ist, wo Schnee lag. Die Lava floss also auf Schneemassen.

"Das hat den Schnee geschmolzen, das Wasser war eingeschlossen und es kam zu einer Dampfgasexplosion."
Vulkanoloe Thomas Walter

Experten bezeichnen das Ganze auch als phreatomagmatische Explosion - also eine Wechselwirkung zwischen Eis, beziehungsweise Wasser und heißem Magma. "Sowas ist schon bekannt vom Ätna, kommt aber nicht allzu häufig vor."

Auch bei dem spektakulären Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010 hatte eine Dampfgasexplosion stattgefunden. Starke Regenfälle können eine solche Explosion ebenfalls verursachen, sagt Thomas Walter.

Viele Arten von Eruption

Das Besondere am Ätna ist nicht nur seine Aktivität, sondern vor allem seine Vielfältigkeit, sagt der Vulkanologe. Gipfeleruptionen sind relativ häufig und ungefährlich, so Thomas Walter. Am Ätna kommen aber auch Spalteneruptionen vor - dabei reißt die Erde wie ein Reißverschluss auf und um die 1000 Grad heiße Lava tritt über eine Länge von manchmal mehreren Kilometern aus.

Noch seltener sind sogenannte exzentrische Eruptionen, aber auch die gibt es am Ätna. Sie treten sehr plötzlich und weit unten am Vulkanberg auf, erklärt Thomas Walter.

Ob sich der Ätna nun wieder beruhigt, ist schwierig vorherzusagen. Laut Thomas Walter muss auch weiterhin mit solchen Explosionen gerechnet werden.

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