Die Vulkane in der Eifel in Rheinland-Pfalz sind aktiver als gedacht. Forschende schreiben in einem Fachmagazin, dass sich der Untergrund der Eifel stärker hebt und dehnt als er sollte, und raten, die Vulkane in der Eifel zu beobachten.

Unter der Eifel im Westen Deutschlands liegt ein riesiges Vulkanfeld. Eigentlich gilt es als schlafend. Aber so selig, wie gedacht, ist es dort wohl gar nicht. Drei Forscher aus den USA warnen, dass die Vulkane in der Eifel aktiv sind.

Im Fachjournal Geophysical Journal International schreiben sie, dass man die Eifel auf jeden Fall im Auge behalten sollte. GPS-Daten der letzten 20 Jahre zeigen, dass sich die Erdoberfläche ausdehnt – und zwar in vertikaler und horizontaler Richtung.

Stärkste Ausdehnung in Nordwesteuropa

Insgesamt haben die Forscher Daten von ganz Nordwesteuropa ausgewertet. Darunter waren neben Deutschland auch Großbritannien, Polen Ungarn, Österreich, oder Spanien. Aber eine Ausdehnung in diesem Ausmaß haben die Forscher nur für die Region Eifel festgestellt.

Zwar ist eine Bewegung in vertikaler Richtung normal, weil die Erdkruste noch ein bisschen nach der letzten Eiszeit nach oben zurückfedert. Ungewöhnlich ist aber, wie stark diese Bewegung ausfällt: Teilweise hebt sich die Erde jedes Jahr einen Millimeter mehr als zu erwarten wäre, so Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kerstin Ruskowski.

"Die Bewegung im Bereich der Eifel sind so krass, wie sonst nirgendwo in Nordwesteuropa."
Kerstin Ruskowski, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die Forscher gehen davon aus, dass diese Ausdehnung mit der vulkanischen Aktivität im Untergrund zusammenhängt. Insbesondere, weil zur vertikalen Ausdehnung auch die horizontale Bewegung kommt. Sie haben errechnet, dass die Eifel jedes Jahr etwa einen Drittel Millimeter in der Fläche wächst. Die Dehnung der Eifel reiche sogar bis nach Luxemburg, Belgien und in die südlichen Niederlande.

Magma strömt nach oben und verursacht Bewegungen

Als Ursache vermuten die Forscher eine sogenannte Mantelplume im Erdinneren – also unter der Eifel. Mantelplume bedeutet einen Aufstrom von Magma aus dem tieferen Erdmantel Richtung Erdoberfläche. Auf seinem Weg nach oben wir das heiße Gesteinsmaterial aber von einer Lithosphäre – also der Unterseite der festen Erdplatte – aufgehalten.

An dieser Stelle, in etwa 50 Kilometern Tiefe, kommt das Magma nicht durch – aber es entsteht Druck, der sich durch Bewegungen an der Erdoberfläche bemerkbar macht. Die Forscher haben das in einem Modell simuliert und sagen: Die Bewegungen, die sie in den Daten für die Region Eifel sehen, passen ganz gut zu dieser Theorie.

Vulkane in der Eifel brechen zeitnah nicht aus

Die Forscher raten dringend, die Eifel zu beobachten. Sie glauben allerdings nicht, dass wir zeitnah einen Ausbruch erleben werden. Das letzte Mal gab es vor 13.000 Jahren einen Vulkanausbruch in der Eifel am Laacher See. Damals lagen dort in der Region bis zu sieben Meter hoch Asche und Bims – sogar der Rhein war bei Andernach verstopft. Als dieser Damm schließlich brach, gab es eine große Flutwelle. Aber Studien haben gezeigt, dass sich dieser Ausbruch damals über Jahrtausende angebahnt hat.