Öko-Programme sollen besonders energieeffizient sein und laufen oft über drei Stunden. Wie sparen sie dann Strom ein? Das regeln sie vor allem über die Temperatur.

Beim Kauf neuer Elektrogeräte wie etwa einer Waschmaschine achten laut Umweltbundesamt viele auf das Energieeffizienzlabel. Trägt die Waschmaschine ein A, also die Energieklasse, die am wenigsten Strom verbraucht, ist die Maschine erst dann so sparsam, wenn wir auch die Öko- oder Eco-Programme auswählen.

Öko-Programm: Hälfte an Strom einsparen

Im Vergleich zum Standard-Programm brauchen wir dann nur vor allem eins: Geduld. Denn Öko-Programme brauchen oft deutlich länger für eine Ladung Wäsche. Und trotzdem sparen sie Strom. Sie verbrauchen laut dem Verbrauchermagazin Öko-Test ungefähr die Hälfte weniger an Energie als die Standard-Programme. Wobei das – je nach Waschmaschine – unterschiedlich viel Energie sein kann.

Temperatur als Stromkiller

Das liegt vor allem an der Wassertemperatur. 80 Prozent des Stromverbrauchs einer Waschmaschine gehen in der Regel alleine für das Erhitzen des Wassers drauf, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Johannes Döbbelt. Öko-Programme waschen deshalb bei einer niedrigeren Temperatur als auf der Waschmaschine drauf steht. Wie hoch die Wassertemperatur tatsächlich ist, sollte die Gebrauchsanweisung der Maschine deutlich machen.

"Wenn ich beim Waschen wirklich Energie sparen will, geht das vor allem über die Temperatur."
Johannes Döbbelt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Bei einem Test hat die Stiftung Warentest beispielsweise herausgefunden, dass manche Waschmaschinen im Eco-Modus nur um die 30 Grad erreichen, obwohl ein Programm mit 60 Grad ausgewählt wurde. Für den Test hat die Verbraucherorganisation die Temperatur in der Waschtrommel gemessen.

Sauberkeit auch bei niedrigen Temperaturen

Sauber wird die Wäsche trotzdem. Dafür wäscht das Programm länger. Dann kann die Wäsche länger in der Seifenlauge einweichen und das Waschmittel hat mehr Zeit einzuwirken. Die Waschleistung ist hinsichtlich der Sauberkeit etwa die Gleiche – egal ob im Öko-Modus oder dem kürzeren 60-Grad-Standard-Programm, sagt Rainer Stamminger von der Uni Bonn. Er befasst sich mit Haushaltstechnik.

Gegen Keime: Einmal im Monat auf 60 Grad

Das 60-Grad-Standard-Programm sorgt zusätzlich noch dafür, dass bei der hohen Temperatur Keime, Bakterien und Viren in der Waschmaschine abgetötet werden. Gerade Keime sammeln sich zum Beispiel im Einspülkasten, wo das Waschmittel reinkommt oder im Gummiring an der Tür. Oft müffelt es dann auch.

Was dagegen hilft, ist die Wäsche ungefähr ein Mal im Monat im 60-Grad-Standard-Programm zu waschen. Das tötet die Bakterien, Viren und Keime ab.

"Wenn die Waschmaschine muffelt, dann ist es meistens ein solcher Biofilm, der sich da gebildet hat."
Rainer Stamminger, Institut für Landtechnik, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn