Drei typische Fehler kennt Textilreinigermeister Peter Schwarz, die beim Waschen häufig gemacht werden.

Erst mal die gute Nachricht: Wenn der Lieblingswollpullover in der Waschmaschine eingelaufen ist, lässt sich in manchen Fällen doch noch etwas retten.

Das gilt allerdings nur, wenn der Pullover beim Waschgang nicht auch noch verfilzt ist. Bei einer veränderten Oberfläche, also einer Verfilzung, sei eine Reparatur nicht mehr möglich, sagt der Textilreinigermeister Peter Schwarz.

Dämpf- oder Bügelbehandlung

Bevor ihr es aus Frust sofort entsorgt, solltet ihr also checken, ob das geschrumpfte Kleidungsstück sich eventuell wieder annähernd in die alte Form bringen lässt.

Eine Dämpf- oder Bügelbehandlung macht die Naturfaser mithilfe von Feuchtigkeit flexibler. Im Anschluss kann durch vorsichtiges Ziehen versucht werden, das Material zu dehnen, erklärt der Textilreinigermeister.

Mit einem professionellen Dämpf- und Bügelgerät könnten wir das Kleidungsstück im Prinzip auch zu Hause behandeln. Der Textilexperte Peter Schwarz empfiehlt aber, das lieber einem Profi zu überlassen.

"Grundsätzlich ist es besser, hoch empfindliche Textilien zu einem Experten zu bringen."
Peter Schwar, Textilreinigermeister

Das Handwasch-Programm an Waschmaschinen empfinden viele von uns als große Erleichterung. Wir nehmen an, dass wir uns das lästige Waschen von Hand von Pullovern sparen können. Peter Schwarz gibt allerdings zu bedenken, dass das Handwasch-Programm vergleichsweise nur bedingt so schonend ist wie das etwas mühsamere Waschen von Hand.

Gemacht für die Reinigung in der Maschine

Grundsätzlich gilt für alle Naturfasern, dass sie einlaufen können. Dazu zählen zum Beispiel Kleidungsstücke aus Baumwolle, Leinen oder Viskose-Acetat. Diese Materialien ließen sich aber gut wieder aufbereiten, sagt Peter Schwarz, weil sie in der Regel dafür gemacht seien, dass man sie in der Waschmaschine reinigt.

Kunstfasern wie Polyester oder Polyamid können hingegen nicht quellen und dadurch auch nicht einlaufen.

"Das Handwaschzeichen, das auf einer Waschmaschine abgebildet ist, ist nur bedingt genauso schonend wie eine Handwäsche."
Peter Schwarz, Textilreinigermeister

Ein anderes Problem, das viele von uns kennen, sind Verfärbungen, die beim Maschinenwaschen passieren kann. Grundsätzlich lasse sich eine Verfärbung, die im Wasser entstanden ist, auch durch Wasser wieder entfernen.

Deswegen empfiehlt der Textilexperte die Wäsche einfach noch ein weiteres Mal zu waschen, wenn wir sehen, dass sich verfärbt hat. Dabei ist es wichtig, die Kleidungsstücke sofort erneut zu waschen, ohne sie vorher trocknen zu lassen.

Verfärbungen herauswaschen

Selbstverständlich muss das Textil, das die Verfärbung verursacht hat, vorher aus der Wäsche entfernt werden. Helfen kann auch, dass wir die Wäsche etwas heißer waschen als vorher. Und wenn möglich, hierzu auf den Waschzettel der Klamotten nachsehen, etwas Bleichmittel hinzuzufügen, wenn das überhaupt notwendig sein sollte.

Drei Fehler, die beim Waschen häufig passieren

  • Oft wird ein Kleidungsstück heißer gewaschen als empfohlen, das kann dazuführen, dass es einläuft.
  • Oft ist es ratsam, die Waschzeit zu verkürzen. Dadurch werden Materialien weniger mechanisch durch die Reibung und Stauchung während des Waschgangs belastet. (Zeitspartaste, allerdings verbraucht die Waschmachine dann mehr Energie.)
  • Ein weiterer Grund für Verfärbungen beispielsweise: Um eine bestimmte Energieeffizienzklasse zu erreichen, wird die verwendete Wassermenge durch die Hersteller reduziert. Wir ein Kleidungsstück mit zu wenig Wasser gewaschen, kann das auch ein Grund für Verfärbungen sein.