Wie kommen Terroristen und andere Verbrecher eigentlich an ihre Waffen?

Ein mutmaßlicher Waffenkurier aus Montenegro steht vor Gericht. Er wollte voriges Jahr Waffen nach Paris liefern, kurz bevor es dort die Terroranschläge gab. In Deutschland wurde er gefasst und die Polizisten entdeckten Sprengstoff, Handgranaten, Kalaschnikows, Pistolen und Revolver in seinem Auto. Für die Fahrt sollte der Saisonarbeiter 2000 Euro bekommen, ihm drohen nun rund vier Jahre Gefängnis.

Nur ein kleiner Handlanger?

Ob der 51-jährige Mann tatsächlich Waffen an die Pariser Terroristen liefern wollte, ist unklar. "Wahrscheinlich hat er sich nur in ein präpariertes Auto gesetzt", berichtet der Reporter Kai Laufen. Damit sollte er nach Paris fahren, das Auto abstellen, fertig. Eine solche Art von Waffentransport sei ziemlich typisch.

Die Waffen kommen aus dem Balkan

Die meisten Waffen, die illegal in Deutschland und in Europa zu finden sind, kommen aus dem ehemaligen Jugoslawien, dem ehemaligen Bürgerkriegsland, auch aus der ehemaligen UdSSR stammen viele Waffen. "Das liegt an den Kriegswirren vor 20 Jahren auf dem Balkan", berichtet Kai Laufen. "Da haben sich viele Leute Waffenarsenale angelegt und nach dem Krieg noch ein Geschäft damit aufgebaut."

"Es gibt auch noch Deko-Waffen. Die sind legal erhältlich und technisch unschädlich gemacht. Die Regeln dafür sind noch mal verschärft worden."
Kai Laufen, SWR-Reporter

Um überhaupt an eine illegale Waffe zu gelangen, muss man sich in der Szene auskennen. Einfach ins Problemviertel wandern und nach einer Knarre zu fragen, dürfte eher zu einer ordentlichen Abreibung denn zu einer funktionierenden Pistole führen. Unterm Strich haben wir in Deutschland kein Waffenproblem, so der Reporter: "Nur 0,2 Prozent aller Straftaten in Deutschland werden mit einer Schusswaffe in Zusammenhang gebracht."

"Der Markt für Waffen ist unglaublich klein und begrenzt und schattig."
Kai Laufen, SWR-Reporter