Die Ukraine wählt einen neuen Präsidenten. Die ganze Ukraine? Nein. Denn vor allem im Osten des Landes erfolgt die Wahl unter erschwerten Bedingungen. "In der Millionenstadt Donezk hat kein einziges Wahllokal geöffnet", berichtet Korrespondent Markus Sambale.

Weil der Osten des Landes zum Teil von pro-russischen Separatisten kontrolliert wird, ist es für die Bewohner dort schwierig, ihre Stimme abzugeben."In Donezk hat kein einziges Wahllokal geöffnet", erzählt Korrespondent Markus Sambale. Die Wahlhelfer sind eingeschüchtert, die Wahlunterlagen sollen geklaut oder vernichtet worden sein. Sogar die Geschäfte in der Stadt seien geschlossen. "Abstimmen können die Leute hier nicht", so Sambale. In anderen Landesteilen hingegen werde gewählt: "Die Leute wollen wählen."

"Die Separatisten lassen gar nicht mit sich reden. Da wird es noch viele Konflikte geben."
Markus Sambale, Korrespondent

Die OSZE hat 1.000 Wahlbeobachter in die Ukraine geschickt. Gewählt wird ein Nachfolger des vor drei Monaten abgesetzten Präsidenten Viktor Janukowitsch. Als Favorit gilt der Schokoladen-Produzent und Milliardär Petro Poroschenko. Sollte kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, gibt es am 15. Juni eine Stichwahl. "Entscheidend wird sein, wie der zukünftige Präsident auf den Osten des Landes zugeht", erklärt Markus Sambale. Mindestens ebenso entscheidend dürfte die Haltung der russischen Regierung sein. Präsident Putin hatte angekündigt, die Wahl zu respektieren. Was das bedeutet, so Sambale, sei allerdings unklar.

Ausländischer Journalist und Dolmetscher getötet

Unterdessen wurde bekannt, dass im Osten der Ukraine ein italienischer Journalist und sein russischer Dolmetscher getötet worden. Mehr dazu findet Ihr in unseren Nachrichten.