Mit seinem Fernseher hat ein Mann jeden Morgen das Internet in seinem Dorf in Wales lahmgelegt. Interferenzen und Freileitungen passen eben nicht gut zusammen, erklärt der Spezialist Urs Mansmann.

Monatelang rätselten die Einwohner des walisischen Dorfes Aberhosan, warum jeden Morgen zur gleichen Zeit das Internet ausfällt. Das Telekomunikationsunternehmen erneuerte die Kabel, wusste dann aber auch nicht mehr weiter.

Fernseher stört DSL-Verbindung

Schließlich fanden Experten nach aufwendiger Suche heraus, dass ein Mann und sein Fernseher für den regelmäßigen Internetausfall verantwortlich sind. Beim Einschalten des TV-Geräts verursachte es eine elektrische Interferenz, die sich auf das Breitbandsignal auswirkte.

"Dann wird aus diesem Schaltnetzteil einen Störsender. Der produziert dann tatsächlich ein Funksignal. Das stört ungewollt, meistens ist es ein breitbandiges Rauschen oder ein Knattern."
Urs Mansmann, Redakteur des Magazins für Computertechnik c't

Der gebraucht gekaufte Fernseher des Mannes hatte wahrscheinlich am Schaltnetzteil einen Defekt, sagt Urs Mansmann. Er ist Redakteur beim Magazin für Computertechnik c't. Dieses Störsignal des Fernsehers reiche dann bei dem kleinen Ort aus, die DSL-Verbindung total zu stören oder sehr zu verlangsamen.

Freileitungen sind störungsanfällig

Das gehe eigentlich mit jedem elektrischen Gerät: Waschmaschinenmotor, Küchengerät und LED-Birne - "alles, was Elektronik hat und Netzspannung geschaltet wird", sagt Urs Mansmann. Weil die Leitungen nach Aberhosan über Masten in der Luft geführt werden, sind sie besonders empfänglich für diese Störungen.

"Die haben Freileitungen für Strom als auch für die Telefonleitung. Die laufen parallel auf Masten. Die sind dafür prädestiniert, dass solche Störungen dann den maximalen Effekt haben."
Urs Mansmann, Redakteur des Magazins für Computertechnik c't

Vergleichbare Probleme kommen in Deutschland eher selten vor. Der Grund: die aufwendigere Infrastruktur. Die Verlegung der Leitungen in der Erde würde ähnliche Störungen hierzulande stark eingrenzen.

Für das Erkennen solcher Störungen brauche man Experten und spezielle Messempfänger. Damit konnte dann der Besitzer des defekten TV-Geräts, er möchte gerne anonym bleiben, auch ausfindig gemacht werden.