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Eine Elefantenherde ist gerade in einer ziemlich dicht besiedelten Gegend von China unterwegs. Elefantentrainer Tobias Dornbusch erklärt, wie man sie steuern kann.

In China ist eine Herde von 15 wilden asiatischen Elefanten unterwegs. Sie wandern in Richtung Norden durch die Provinz Yúnnán und bewegen sich in der Nähe der Millionenstadt Kunming im Südwesten Chinas. Mittlerweile sind die Tiere rund 500 km weit gekommen. Die Sicherheitsbehörden halten die Tiere unter Beobachtung.

Nach ihren Angaben sind gut 200 Fahrzeuge und auch Drohnen im Einsatz.

Mit Futter sind die Tiere teilweise um dichtbesiedelte Gebiete herum geleitet worden, teilweise auch mit Straßensperren. Die Elefanten richten Schäden in der Landwirtschaft an – rund 56 Hektar sollen sie verwüstet haben (Stand 04.06.2021).

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In Afrika sind in solchen Fällen Chilikanonen das Mittel der Wahl, sagt Elefantentrainer Tobias Dornbusch. Mit Chiliöl gefüllte Gummigeschosse werden auf die Tiere gefeuert.

Das Öl gebe den Tieren einen kleinen Schmerzimpuls und bewege sie zur Umkehr. Das sei vergleichbar mit Paintball-Kugeln und verletze die Tiere nicht.

"Dieses scharfe Chiliöl reizt die Rüssel, die Schleimhäute der Elefanten. Und aus Afrika hat man die die Erfahrung, dass sie dann wieder in ihr Habitat zurückgehen."
Tobias Dornbusch, Biologe und Elefantentrainer

Menschen hätten die Elefanten vermutlich in ihrem ursprünglichen Habitat bedrängt. Das könnte die Ursache für ihre Wanderung von Myanmar aus durch den chinesischen Südwesten sein.

"Die Menschen rücken immer näher an die Habitate der Elefanten. Und dann versuchen die Elefanten eben neue Habitate zu erschließen."
Tobias Dornbusch, Biologe und Elefantentrainer

Im Gegensatz zu anderen wandernden Tierarten, Heuschrecken beispielsweise, ist eine solche wandernde Elefantenherde eher eine Ausnahme. Möglicherweise habe auch eine unerfahrene, junge Leitkuh die Führung übernommen und Fehlentscheidungen getroffen.

In Nationalparks werden solche Wanderungen auch mit dauerhaft installierten Elektrozäunen unterbunden, berichtet Tobias Dornbusch.

Bienen zur Elefantenabschreckung

Auch Bienen helfen mancherorts dabei, die Tiere in den Parks zu halten. Dazu werden Bienenstöcke an Seilen aufgehängt, die in Bewegung geraten, wenn die Elefanten daran entlanglaufen. Die Bienen reagieren auf die Erschütterung mit aggressivem Summen, das wiederum die Elefanten vom Weiterziehen abhält. Weitere Mittel sind rauchende Chilihaufen aus Elefantendung und Löwenkot.

Lasse sich die Herde in China nun partout nicht aufhalten, müsse sie schlimmstenfalls umgesiedelt werden, sagt Tobias Dornbusch. Auch wenn das vor einiger Zeit in Malawi mit rund 300 Elefanten gelungen ist, sei das wohl die riskanteste Option. Eine solche Aktion bedürfe monatelange Vorbereitung. Tobias Dornbusch sagt: "Das kann man nicht ad hoc machen."

"Zum Umsiedeln braucht es Kisten. Dazu brauche es erfahrene Tierärzte. Und das hat natürlich auch ein großes Risiko."
Tobias Dornbusch, Biologe und Elefantentrainer