In China sind Elefanten beliebt, und in Simbabwe leben ziemlich viele der Tiere. Da ist es fast logisch, dass zurzeit eine lukrative Handelsbeziehung entsteht. Tierschützer sind von den dicken Geschäften allerdings weniger begeistert.

Eigentlich ist Afrika ein reicher Kontinent. Reich an Rohstoffen, die im Rest der Welt gefragt sind. Und reich an Tieren, die andere Länder gerne in ihren Zoos halten - oder abschlachten, um Potenzmittel oder Crémes herzustellen oder sich Stoßzähne ins Wohnzimmer zu stellen. Also verwundert es kaum, dass Simbabwe in den vergangenen Jahren 24 Elefanten nach China verkauft hat. Nach Informationen des Magazins Quartz sollen es im kommenden Jahr sogar noch ein paar mehr werden.

Wer sich jetzt um die Fauna des afrikanischen Landes sorgt, den kann unser Korrespondent Jan-Philipp Schlüter ein bisschen beruhigen. In Simbabwes Nationalparks leben viele tausend Elefanten, erzählt er: offiziell 80.000 Tieren, Umweltschützer gehen von der Hälfte aus. Die Elefantenkälber, die nach China exportiert werden, sollen dort in Zoos und Safariparks leben. Vor einem halben Jahr gingen schon einmal 24 Elefantenbabys auf Reise, die Umweltministerin von Simbabwe hat sich kürzlich in China medienwirksam nach deren Wohlergehen erkundigt.

30.000 Euro pro Elefant

In Simbabwe können frei lebende Elefanten zu einer Gefahr für Menschen werden. Außerdem herrscht im südlichen Afrika gerade eine große Trockenheit. Die Folge: In den Parks sind die Tiere gefährdet, weil es keine natürlichen Wasserstellen gibt. Um die Wasserpumpen betreiben zu können, braucht Simbabwe allerdings Treibstoff und damit Geld. Und genau das ist in Simbabwe Mangelware. Da kommt es sehr gelegen, wenn China pro Elefant um die 30.000 Euro zahlt.

"Auch in deutschen Zoos gibt es Elefanten, die in freier Wildbahn gefangen wurden."
Jan-Philippe Schlüter, Korrespondent im südlichen Afrika

Aus ökonomischer Sicht ist der Elefantendeal also sinnvoll. Tierschützer haben trotzdem Bauchschmerzen, weil Tierschutz in China keine Rolle spielt. Dafür sprechen Bilder, die chinesische Tierschützer in den Safariparks geschossen haben. Sie zeigen Elefanten mit offenen Wunden. Außerdem verhalten sich die Tiere aggressiv, was Tierschützer als ein Zeichen für Stress werten. Dazu kommt: Die Tiere mussten bei Shows mitmachen, was eigentlich beim Verkauf ausdrücklich verboten war.

In ihrer Heimat geht es Elefanten dagegen gut. In Südafrika, Botswana und Simbabwe gibt es viele Schutzgebiete in denen sie sich frei bewegen und vermehren können. Die Jagd auf die Tiere und der Handel mit ihnen sind sehr streng geregelt. Auch deshalb ist die Population in diesen Ländern in den vergangenen Ländern stark angewachsen, sagz Jan-Philippe Schlüter. Insgesamt sollen auf dem afrikanischen Kontinent um die 400.000 Elefanten geben. Ein paar Exporte nach China fallen da also nicht ins Gewicht. Gerade wenn man bedenkt, dass Wilderer jedes Jahr um die 30.000 Elefanten abschlachten sollen.

"Wenn über eine Million Simbabwern auf Lebensmittelhilfen angewiesen ist, kann man sich vorstellen, dass ihnen das Schicksal einer Handvoll Elefanten nicht ganz so wichtig ist."
Jan-Philippe Schlüter, Korrespondent im südlichen Afrika

Und bei allen Vorbehalten am Geschäft mit den Dickhäutern darf eines nicht vergessen werden: Simbabwe ist bettelarm, 80 Prozent der Einwohner haben keinen Job, außerdem leidet das Land an Missernten und der extremen Trockenheit. Über eine Million Menschen sind zurzeit auf Lebensmittelhilfe angewiesen, sagt Jan-Philippe Schlüter.