Für die Wirtschaft sind Zeitverträge eine schöne Sache - bei Neueinstellungen kann man sich so erst mal risikofrei näherkommen. Auch der Staat spart damit Geld.

Wer neue Mitarbeiter sucht, geht gerne auf Nummer Sicher. Zeitverträge sind für Arbeitgeber in dieser Hinsicht ein gutes Instrument: Der offene Posten wird besetzt, aber eben nur befristet. Mit dem Kündigungsschutz hat man später keine Probleme, falls der Neue doch nicht passt. Außerdem bleibt man flexibel, was die Marktentwicklung betrifft. Andererseits: Für Berufseinsteiger kann ein befristeter Vertag auch eine Chance sein.

"Eine befristete Beschäftigung ist in der privaten Wirtschaft ein sehr gutes Sprungbrett in eine unbefristete Beschäftigung, das können wir daran erkennen, dass Befristungen in der Regel junge Menschen im Berufseinstieg betreffen."
Oliver Stettler vom Institut für Wirtschaft in Köln

Doch bei der Sache gibt es einen Haken: Denn nach Angaben der Hans-Böckler-Stiftung verdienen Akademiker mit Zeitverträgen im Schnitt 19 Prozent weniger als ihre Kollegen mit unbefristeten Verträgen. Die Unternehmen sparen so natürlich Geld. Und die Berufsanfänger brauchen Jahre, bis sie im Einkommen mit ihren Kollegen gleichziehen.

Unis und Staat vergeben Jobs auf Zeit

Allerdings: Nicht nur in der freien Wirtschaft - auch an den Hochschulen selbst sind Zeitverträge gang und gäbe. Manche Akedemiker klagen bereits dagegen. Die allermeisten Zeitverträge aber vergibt der Staat: In der öffentlichen Verwaltung sind fast ein Drittel der Stellen für Jungakademiker befristet.

Mehr dazu: