Richtig teurem Wein bleibt doch nichts anderes übrig als uns richtig gut zu schmecken. Dass wir das wirklich so wahrnehmen, haben Forscher der Uni Bonn und der INSEAD Business School herausgefunden.

Für die Wein-Studie haben sich 30 Testpersonen in einen Computertomografen gelegt und eine kleine Probe Wein in den Mund gespritzt bekommen. Über ein Display wurde ihnen der Preis des Weins angezeigt. Danach bekamen sie einen weiteren Schluck in den Mund gespritzt - von demselben Wein, aber mit einem anderen Preis. Und klar, allen Probanden schmeckte der scheinbar teurere Wein besser als der billige.

"Der Wein für 100 Euro ist nicht zehnmal besser als der für zehn Euro."

Konstantin Baum ist Weinsommelier aus Baden-Baden und Deutschlands jüngster "Master of Wine". Er meint, es spreche schon etwas dafür, dass das Produkt besser wird, wenn der Winzer auch mehr Geld zu Verfügung hat. Er vermutet aber auch, dass die Leute einfach bewusster probieren, wenn sie wissen, wie teuer es war.

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Bei teuren Weinen zahlen wir natürlich auch den Namen und die Geschichte dahinter mit. Wem es nur um Qualität geht, der muss im Zweifel aber gar nicht soooo viel bezahlen, sagt Konstantin Baum. Der teuerste Wein, den er je getrunken hat, hat 5.000 Euro gekostet. Privat findet der Fachmann aber Weine zwischen 5 und 20 Euro sinnvoll.

"Ich würde privat niemals weniger als 5 Euro ausgeben, weil ich dann in der Regel enttäuscht bin."
Weinsommelier Konstantin Baum

Die Qualität des Jahrgangs hängt vom Wetter ab

Wer wissen möchte, wie der Jahrgang 2017 wird, muss aufs Wetter schauen. Dieses Jahr war europaweit sehr gemischt, sagt Konstantin Baum. In Deutschland hatte es zwar gut begonnen, aber im Juni hat sich das Wetter leider gedreht, so Baum. "Hagel hat die Trauben abgeschlagen und die wechselhaften Temperaturen haben Pilzbefall und Fäule gefördert." Auf der anderen Seite ist zu wenig Niederschlag aber auch ein Problem. 

"Wenn die Reben das Gefühl haben, es geht ums Überleben, weil sie nicht genug Wasser haben, hören sie auf Zucker in die Trauben zu schicken"
Weinsommelier Konstantin Baum

Um trockenen Wein herzustellen, darf aber auch nicht zu viel Zucker in die Trauben gelangen. Manche Winzer müssen deshalb schon früher ernten als geplant.


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