Männer und Frauen weinen sehr unterschiedlich. Unsere Tränen sind emotional, funktional und noch mehr. Warum Frauen aber öfter weinen als Männer, ist bislang noch nicht geklärt.

Die Niederlage gegen Schweden war zugleich sein letztes Spiel als italienischer Nationaltorhüter: Gigi Buffon ließ seinen Tränen freien Lauf und weinte ganz offen in die TV-Kameras. Auch wenn wir uns an weinende Männer auf dem Fußballplatz gewöhnt haben, gibt es dennoch einen Unterschied, wie oft Männer und Frauen in der Öffentlichkeit weinen und aus welchem Grund.

Männer nennen vor allem den Verlust eines geliebten Menschen als Grund für Tränen, aber auch Wut und Enttäuschung. Frauen sagen, dass sie vor allem in Konfliktsituationen weinen, wenn sie sich unzulänglich fühlen oder durch Filme zu Tränen gerührt werden. Und Frauen weinen deutlich öfter als Männer, auch das geht aus Umfragen hervor: bis zu fünfmal so oft.

Geschlechtergleicheit - bis zur Pubertät

Uneinig sind sich die Forscher allerdings bei der Begründung. Manche sagen, dass es hormonelle Gründe dafür gibt, dass Frauen häufiger weinen. Dafür könnte sprechen, dass vor Beginn der Pubertät Mädchen und Jungs gleich viel weinen. Andere sehen die Ursache in der Erziehung, und dass es immer noch als unmännlich gilt, wenn Männer weinen. Vor allem in der Öffentlichkeit.

Weinen ist insgesamt eine komplexe Angelegenheit. Die Augenärztin Elisabeth Messmer von der Münchner Uniklinik hat für ihren Artikel Emotionale Tränen verschiedene Thesen zum Thema überprüft. Sie schreibt in der Zusammenfassung:

"Mannigfaltige Einflüsse wie ethnische Zugehörigkeit, sozialer Status, Beruf, Hormonsituation und Geschlecht sowie die individuelle Reizschwelle entscheiden, ob ein Mensch in die Gruppe der "Weiner" oder der "Nichtweiner" gehört."

Wir Menschen haben das Weinen offenbar auch als Kommunikationsmittel entwickelt, vergleichbar mit dem Erröten, das anderen anzeigt, wie wir uns fühlen. Dass wir Tränen vergießen können, ist nicht nur eine emotionale Notwendigkeit. Tränen fließen auch, um Fremdkörper aus dem Auge zu spülen. Die Tränendrüsen halten unsere Augen grundsätzlich feucht.

Weinen als Kommunikationsmittel

Und das Weinen aus einer Gefühlswallung heraus, das scheint die Hilfsbereitschaft der anderen um uns herum zu erhöhen und sie zu ermutigen, uns zu trösten. Allerdings sagt die Augenärztin Elisabeth Messmer auch, dass es offenbar nicht nur ein Kommunikationssignal ist, denn dann würden wir ausschließlich in der Gegenwart von anderen weinen. Wir weinen aber vor allem allein – im stillen Kämmerlein.

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