Malin Elmlid backt Weißbrot und tauscht es auf der ganzen Welt. Selten gegen Geld. Öfter gegen Zeit mit anderen Menschen. Sie sagt, das ist wie ein tägliches Überraschungsei.

Das mit dem Brotbacken kam eher so zufällig. Malin Elmlid lebt in Berlin. Da hat sie aber kein wirklich gutes Weißbrot finden können. Also keines nach ihrem Geschmack. Für Malin ist ein wirklich gutes Weißbrot nämlich aus Sauerteig. Das ist auch leichter zu verdauen, sagt sie. Wenn das Innenteil luftig und ein bisschen gummiartig ist, sei es ein Zeichen dafür, dass es viel Feuchtigkeit hat. Das hält länger frisch. Als Kontrast dazu mag sie eine harte Kruste - am liebsten fast schon angebrannt.

"Die Kruste fast schon süßlich, das Innenteil etwas säuerlich - dieser Kontrast macht für mich ein gutes Weißbrot aus."

Irgendwann hatte sie einfach angefangen, selbst Weißbrote zu backen. Und weil das so viele waren, hat sie welche verschenkt. Einige Leute haben sich sehr nett revanchiert. Und daraus ist The Bread Exchange erwachsen. Ein riesen Projekt mit Blog, Buch und inzwischen 1500 getauschten Broten - weltweit.

Malin Elmlid hat schon in Marrakesch, New York, Zürich oder Kabul Brot gebacken. Überall geht sie in Bäckereien und fragt, ob sie dort ihr Brot backen darf. In Kabul sei das völlig normal, sagt sie. Und obendrein eine gute Möglichkeit, um mal mit anderen Frauen ins Gespräch zu kommen. Die trifft man da nämlich nicht so einfach auf der Straße. Mit ihrem Brotback-Tausch-Projekt ist Malin schon gut rum gekommen. Ihre Haltung ist so simpel wie bewundernswert: "Ich habe mein Brot - wenn jemand will, kann er es mit mir tauschen." Und egal, wo sie ist, fremd fühlt sie sich nie, denn sie findet: "Der Geruch von Brot ist homy."