Fünf Jahre leben Frauen im Schnitt länger als Männer. Das hat wenig mit Genetik zu tun. Es liegt vielmehr am riskanten Lebensstil, am Rauchen, Saufen und dem Übergewicht.

Frauen werden älter als Männer, zurzeit durchschnittlich fünf Jahre. Das ist aber kein Naturgesetz: Mehrere Studien haben Nonnen und Mönche untersucht, die im Prinzip exakt den gleichen Lebensstil haben. Ergebnis: Die Nonnen wurden lediglich ein bis zwei Jahre älter als die Mönche.

"In einigen Bergdörfern gibt es erstaunlich viele Menschen, die 100 Jahre und älter sind - und: die Männer werden im Schnitt genauso alt wie die Frauen."
Johannes Döbbelt, DRadio Wissen

Dass Frauen älter als Männer werden, klingt wie eine unveränderliche Regel, doch die Gründe für diesen Unterschied können wir beeinflussen. Dafür, dass Männer früher sterben, sind sie nämlich mitverantwortlich. Im Schnitt:

  • sterben sie häufiger durch Unfälle
  • rauchen mehr
  • trinken mehr Alkohol
  • haben häufiger Übergewicht

Das alles führt dazu, dass überproportional viele Männer im jüngeren Alter, also vor dem 65. Lebensjahr sterben. Das macht sich am Ende dann in der durchschnittlich geringeren Lebenserwartung bemerkbar.

Frauen leben länger, sind aber weniger fit

Doch ganz so einfach ist die Kausalität dann doch nicht. Wie lange wir leben, wird durch viele Komponenten beeinflusst. Einerseits leben Männer riskanter, rauchen und trinken mehr. Andererseits machen sie mehr Sport als Frauen. Doch ist die Motivation wohl weniger, dass Männer auf ihren Körper achten wollen. Denn für Gesundheitsthemen interessieren sich in der Regel eher die Frauen.

Das nächste Paradoxon: Trotzdem weisen Frauen im Schnitt die schlechtere körperliche Fitness auf, haben häufiger Behinderungen, Depressionen und Migräne. Die Männer haben dafür eher das, was lebensbedrohlich ist, etwa eine Herz-Kreislauf-Krankheit.