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Honigbienen können im Moment weniger ausfliegen, das Wetter ist zu schlecht. Und wenn sie fliegen, finden sie auch noch weniger Nektar als sonst.

Nach trockenen Jahren können wir uns einerseits über Regen freuen. Für die Bienen aber ist es zu kalt und zu nass. Bei dem Wetter konnten die Bienen in diesem Jahr bislang viel seltener ausfliegen, um Nektar zu sammeln. Hinzu kommt, dass die Pflanzen bisher kaum Nektar produziert haben.

Im Frühjahr sind vor allem die Rapsblüten ein wichtiger Nektarlieferant für die Bienen. Doch diese Quelle ist zu großen Teilen weggefallen. "Der Raps hat wenig Nektar gebildet, eben weil es sehr kalt ist", sagt Saskia Wöhl, Leiterin des Honiglabors beim Fachzentrum Bienen und Imkerei in Mayen.

"Die Nektarbildung hängt auch von der Temperatur ab. Dementsprechend sind die Bienenkästen im Moment relativ leer, was den Nektareintrag angeht."
Saskia Wöhl, Leiterin Honiglabor beim Fachzentrum Bienen und Imkerei in Mayen

Was gerade in den Bienenkästen passiert oder eben nicht passiert, weiß das Fachzentrum durch eine umfassende Sammlung von Daten. Diese kommen quasi direkt aus den Bienenstöcken.

Die Bienenexperten unterhalten ein bundesweites elektronisches Netz an Waagen, die an rund 500 Standorten in Deutschland Gewichtsveränderungen von Bienenvölkern messen. Die Waagen hängen direkt unter den Bienenstöcken. Gemessen wird alle fünf Minuten, und die Daten werden direkt übertragen.

Eine von Blütenstaub überzogene Biene fliegt vor einer Rapsblüte.
© picture alliance I dpa | Julian Stratenschulte

Zurzeit sammeln die Honigbienen eigentlich auch schon Nektar für den Winter. Aber im Moment können sie kaum ihr aktuelles Überleben sichern. "Deshalb müssen die Imker aktuell regelmäßig gucken, wie die Futtervorräte bei den Bienen sind", sagt Saskia Wöhl. Dafür entscheidend ist auch, wie das Wetter für die nächsten Tage gemeldet ist.

Zur Not zufüttern - mit Honig

Zur Not müssen die rund 160.000 Imker und Imkerinnen, die es in Deutschland gibt, zufüttern. Dafür dürfen sie keine Zuckerlösung nutzen, das widerspricht der Honigverordnung. Auch für Honig gilt ein Reinheitsgebot.

Die Imker und Imkerinnen dürfen ihren Bienen aber eigenen Honig zufüttern, falls sie noch welchen auf Vorrat haben. Außerdem hoffen viele, dass die Insekten vielleicht doch noch genug Nektar finden.

Eigentlich ernten die Imker zwei Mal im Jahr: einmal zwischen Mitte und Ende Mai und dann noch einmal etwa Mitte Juli. Doch weil die Bienen bislang so wenig Nektar sammeln konnten, wird es nur wenig hellen Frühjahrshonig geben.

Krankheiten möglich

Die aktuelle Situation könnte auch langfristige Folgen für die Bienen haben: Sie könnten verschiedene Krankheiten entwickeln, weil sie zurzeit wenig ausfliegen können.