Mehr als 51 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Krieg, Hunger, Armut und Leid. Viele von ihnen suchen in Europa und in Deutschland Asyl. Deutschland ist das Land mit den meisten Asylbewerber-Anfragen, 2013 waren es rund 110.000 Bewerbungen. Aber wie ergeht es den Flüchtlingen in Deutschland?

Nur die wenigsten Flüchtlinge schaffen es in ein Land, in dem sie auch Asyl beantragen können. In Italien gibt es kaum noch Platz für sie, in Griechenland stecken sie schnell im Gefängnis. Viele versuchen also, weiter nach Deutschland zu kommen.

"Die Situation für Flüchtlinge in Griechenland ist so schlimm, dass sie, wenn sie dann nach Deutschland kommen, nicht mehr zurück geschickt werden."
Olaf Kleist vom Refugee Studies Center in Oxford über Flüchtlinge in Deutschland

Wenn sie es dann nach Deutschland geschafft haben, beginnt ein Glücksspiel: "Man muss sehr unterscheiden, in welchem Bundesland, in welcher Gemeinde der Flüchtling landet", erklärt der Politikwissenschaftler Olaf Kleist. Die Gemeinden sind für die Unterkunft verantwortlich. Viele haben Wohnungen für Flüchtlinge parat, manche Orte setzen aber auf Gemeinschaftsunterkünfte. "Die können durchaus menschenunwürdig sein", sagt Kleist. In Bayern gebe es etwa teilweise Unterkünfte in verschimmelten Wohncontainern und kaum fließendem Wasser.

Jede zweite Asylbewerbung hat Erfolg

Bis zu sechs Monate müssen sich die Flüchtlinge gedulden, bis sie wissen, was aus ihrer Asylbewerbung geworden ist. Offiziell kommt ungefähr ein Drittel der Bewerber den Asylantrag bei den Behörden durch und darf in Deutschland bleiben. Durch Folgeanträge und weil einige Flüchtlinge nicht in der Statistik auftauchen, liegt die Quote inoffiziell aber bei 50 Prozent.

Ein Bruchteil kommt nach Deutschland

Die Aussage "Die meisten Asylbewerber wollen nach Deutschland" ist übrigens relativ zu sehen: Nur ein Bruchteil der Flüchtlinge kommt nach Europa, die meisten bleiben in ihrer Heimat und sind dort auf der Flucht vor Gewalt und Terror.