Der neue Bericht des Weltklimarats klingt erstaunlich erfreulich, findet Umweltredakteur Georg Ehring. Sogar das 1,5-Grad-Ziel ist demnach noch zu schaffen.

Der Weltklimarat hat den dritten Teil seines Sachstandsberichts zum Klimawandel präsentiert. "Ich bin überrascht über den positiven Tenor", sagt Dlf-Umweltredakteur Georg Ehring. Er habe in letzter Zeit eher düstere Prognosen gehört. Der zweite Teil des Sachstandsbericht des Weltklimarats, wo es um die Folgen der Erwärmung um die Anpassung ging, habe sich viel düsterer gelesen. Dieser wurde bereits Ende Februar 2022 veröffentlicht.

IPCC verbreitet Optimismus

In dem neuen, dritten Teil werden politische und technologische Maßnahmen aufgeführt, um die Erderwärmung zu mindern und im Vergleich zu vorindustriellen Zeit möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Ohne eine sofortige und starke Verringerung des Ausstoßes klimaschädlicher Treibhausgase sei die nötige Begrenzung nicht zu schaffen.

"Zum Ende des Jahrhunderts – ist der IPCC optimistisch – ist es möglich, das auf die Reihe zu kriegen, wenn der Anstieg der Treibhausgasemissionen vor 2025 gestoppt wird und der Ausstoß dann steil zurückgeht."
Georg Ehring, Dlf-Umweltredaktion

Klimaschutzaktivistinnen und -aktivisten haben den Bericht umgehend kritisiert. Greta Thunberg beispielsweise hat das Ergebnis als verwässert bezeichnet. Im Zentrum des neuen Berichtsteils stehen folgende Maßnahmen, die sich im Kern an Politikerinnen und Politiker richten:

  • Energiewende
  • Gebäudedämmung
  • Stadtumbau
  • Energieeinsparungen in der Industrie
  • Umgestaltung der Landwirtschaft
  • E-Mobilität ausbauen
  • Nahverkehr entwickeln

Hilfreich dabei könne sein, dass Solarpanels, Batterien und Windräder insgesamt deutlich günstiger produziert werden können als noch 2010. Bei Solarpanels sei der Preis um rund 85 Prozent gesunken, berichtet Georg Ehring.

Auch bei maximaler Ausschöpfung der genannten Maßnahmen, bleibe immer noch ein Risiko.

"2050 muss Treibhausgasneutralität erreicht und in den Jahren danach CO2 aus der Atmosphäre entfernt werden. Es besteht das Risiko, dass die 1,5 Grad zeitweise tatsächlich überschritten werden."
Georg Ehring, Dlf-Umweltredaktion