Das James-Webb-Teleskop ist das größte und teuerste Weltraumteleskop, was jemals gebaut wurde. Die US Weltraumbehörde Nasa hat nun zusammen mit US-Präsident Joe Biden das erste Bild dieses Teleskops veröffentlicht. Was darauf zu sehen ist und warum die Bilder des Teleskops so wertvoll sind, erklärt Julian Kuper.

Schwarze Nacht, mehrere hundert blinkende Sterne, kleine weiße Galaxie-Wirbel und rötlich schimmernde Punkte, all das zeigt das erste Bild des James-Webb-Weltraumteleskops. Das Teleskop ist ein gemeinsames Projekt von der US-Weltraumbehörde Nasa, der europäischen Weltraumorganisation Esa und der kanadischen Weltraumbehörde Csa.

Der Bau dauerte knapp 30 Jahre und kostete zehn Milliarden Euro. Am 21. Dezember 2021 startete das James-Webb-Teleskop ins Weltall – und kam rund einen Monat später an seinem Standort 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt an. Forschende sagen: Das Teleskop umkreist die Sonne in genau einem Jahr.

"Das Webb-Teleskop ist hundert Mal leistungsstärker als Hubble."
Julian Kuper über die Vorteile des James-Web-Teleskops gegenüber dem Hubble-Teleskop

Bislang war das Teleskop Hubble für Bilder aus dem Weltraum zuständig. Doch das ist schon 32 Jahre alt. Techniker*innen mussten zum Teil auf Back-up-Systeme von Hubble zurückgreifen, weil so viele Teile ausfielen.

Was das James-Webb-Teleskop besser kann

Das James-Webb-Teleskop kann einiges besser als Hubble. So blickt es beispielsweise weiter in den Weltraum hinein und kann so auch weiter zurück in die Vergangenheit des Universums zu schauen. Es hat einen mehr als fünfmal so großen Spiegel und kann dank Infrarot-Technik hinter dichte Nebeln und Staubwolken schauen. Außerdem kann es extreme Entfernungen besser untersuchen als Hubble und ist hundertmal leistungsfähiger.

Das nun veröffentlichte erste Bild zeigt einen riesigen Galaxiehaufen der SMACS 0723 genannt wird. Damit ist das erste Mal zu sehen, wie die Galaxien vor mehr als 13 Milliarden Lichtjahren ausgesehen haben.

Das Teleskop funktioniert quasi wie eine Zeitmaschine. Die Bilder reichen fast bis zum Urknall, der vor rund 13,8 Milliarden Jahren stattgefunden hat, zurück. Die Forscher*innen erhoffen sich deswegen auch durch das Teleskop mehr Aufschluss über den Beginn des Universums zu erhalten.

"Die Nasa nennt es das tiefste und schärfste Infrarot-Bild des frühen Universums."
Julian Kuper über das erste Bild des James-Webb-Teleskops

Alle Aufnahmen, die präsentiert werden, sind die tiefsten und schärfsten Infrarot-Bilder des frühen Universums. Daher sind Astrophysiker*innen auf der ganzen Welt begeistert von der ersten Aufnahme des James-Webb-Teleskops und erhoffen sich noch mehr Erkenntnisse durch weitere Fotos.

Durch weitere Aufnahmen des James-Webb-Teleskops soll unter anderem erforscht werden, ob es andere Planeten gibt, die bewohnbar werden. Ebenfalls wird nach außerirdischem Leben geforscht. "Das Teleskop ist so präzise, dass man sehen kann, ob Planeten bewohnbar sind", sagt der Nasa-Chef Bill Nelson.