Strahlend blauer Himmel und kaum Flugzeuge: Ein ungewohnter Anblick für uns und ein Problem für die Meteorologen. Ihnen fehlen zurzeit wichtige Wetterdaten, die ihnen normalerweise die Verkehrsflugzeuge liefern würden.

Bisher lief es so: Jeden Tag sammelten tausende Verkehrsflugzeuge weltweit Wetterdaten. Diese wurden dann an die Bodenstationen gefunkt, auf die dann die Metereologen zugreifen konnten, um so ihre genauen Vorhersagen zu treffen.

Zurzeit herrscht aber nur rund 20 Prozent des normalen Flugverkehrs. Für die Meteorologen in Europa bedeutet das 80 Prozent weniger Daten, denn Flugzeuge spielen bei Wettervorhersagen eine wichtige Rolle.

Daten aus der Jetstream-Region

Während die Bodenstationen dafür verantwortlich sind, Temperatur, Druck und Luftfeuchtigkeit am Boden zu messen, können die Wettersatelliten unter anderem die Wolkenbewegungen aufzeichnen.

Beide können allerdings nicht die Wetterdaten auf unterschiedlichen Höhen bestimmen. Dafür sind die Flugzeuge zuständig, die in verschiedenen Höhen und an verschiedenen Orten unterwegs sind.

Die Daten sind zum Beispiel wichtig, weil auf der Höhe, in der die Flugzeuge unter anderem fliegen, in circa zehn Kilometern, sehr viel passiert, was das Wetter beeinflusst. Diese Region wird die Jetstream-Region genannt. Die Stärke der Windbewegungen, die dort vorherrschen, sind beispielsweise wichtig für die Berechnungen der Meteorologen.

Zudem geht es auch darum, die Daten am Boden und in großer Höhe zu vergleichen. Je größer die Abweichung, desto wechselhafter kann das Wetter werden.

"Wichtig für die Berechnung ist, wie die Wetterdaten am Boden und in großer Höhe zusammenpassen. Die stehen in einem Zusammenhang. Je größer die Abweichung, desto wechselhafter kann das Wetter werden."
Klaus Jansen, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

So können beispielsweise Gewitter besser vorhergesagt werden und die Bevölkerung im Zweifelsfall früher gewarnt werden.

Einige Experten gehen deshalb davon aus, dass wir jetzt nur noch für die kommenden sechs statt sieben Tage eine einigermaßen seriöse Vorhersage machen können. Das entspricht dem Stand von vor zehn Jahren. Auch die kurzfristigen Prognosen werden ungenauer.

Bei einer Simulation haben Forschende bei der Wettervorhersage die Flugzeugdaten einfach weggelassen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass bereits die Prognose für den nächsten Tag um 15 Prozent schlechter wurde. Das kann vor allem dann problematisch werden, wenn es darum geht, rechtzeitig Gefahren- und Unwetterwarnungen herauszugeben.

Alternativen schwächeln

Als Alternative lassen nun einige Metereologen häufiger Wetterballons steigen. Diese liefern zumindest Daten aus etwas höheren Regionen, können die Menge an Flugzeugdaten jedoch nicht ansatzweise ersetzen.

Auch ein neuer europäischer Wettersatellit soll jetzt noch mehr Daten liefern. Er kann mit einem Laser die Winde in der Atmosphäre untersuchen. Ein richtiger Ersatz ist dieser aber auch nicht.

Vorhandene Daten besser kombinieren

Bleibt den Meteorologen also hauptsächlich die Möglichkeit die Daten, die sie haben, besser zu nutzen und zu kombinieren. Für eine genaue Vorhersage wird auch das erstmal nicht reichen. Weniger Daten bedeutet einfach weniger Genauigkeit.