Die Koalas sind die Stars des Duisburger Zoos. Wenn die Weibchen anfangen zu brummen, knurren und zu hecheln, wissen die Tierpfleger Bescheid: Es ist an der Zeit ein Koala-Männchen zum paarungsbereiten Weibchen zu bringen. Erst während der Balz kommen die Paare zusammen, da sie sich sonst gegenseitig angreifen würden.

Ist ein Weibchen für die Paarung bereitet, klingt es wie ein schlecht gelauntes Raubtier, vielleicht auch wie eine stotternde Motorsäge. Auf jeden Fall nicht wie ein knuddeliges Fellbündel, was Koalas nun einmal sind.

Koalas züchten ist schwierig und anspruchsvoll

Mit der Paarungszeit beginnt ein langwieriges Prozedere, denn die Faustregel lautet: Je seltener die Tierart, desto sorgfältiger muss die Verpaarung vorbereitet werden. Koalas sind ziemlich selten, es gibt noch etwa 45.000 bis 80.000 Tiere, und die möglichen Geschlechtspartner über die ganze Welt verteilt. Nicht immer ist der ideale Partner im selben Zoo zu finden. Das Pärchen zusammen zu bringen, dauert.

In europäischen Zoos leben nach Angaben des Verbands Deutscher
Zoodirektoren (VDZ) 36 Koalas. Die Hälfte der Tiere stammt aus der Zucht des Zoos Duisbug, wo gerade zehn Koalas gehalten werden.

"Wir können nicht den Koala, nur weil er heute in der Paarungszeit ist, in eine Kiste packen, nach Spanien schicken und dort Babys machen lassen. Der Stress wäre viel zu groß."

Wenn im Zoo selbst kein geeigneter Partner für ein Koala-Weibchen zu finden ist, muss das Zuchtbuch zu Rate gezogen werden. Diesen Katalog kann man sich vorstellen wie eine Kundenkartei in der Partnervermittlung: Hier sind alle Tiere verzeichnet, die in Zoos leben und an einem gemeinsamen Zuchtprogramm beteiligt sind.