Verena Leyendecker arbeitet beim Wetterdienst Wetteronline. Ihr Mann ist ebenfalls Meteorologe. Zusammen mit ihren beiden Töchtern sind sie von Anfang Dezember 2019 bis Mitte März 2020 auf Wetter-Weltreise gegangen - nach Indien, Indonesien, Singapur, Neuseeland und Argentinien. Eigentlich standen noch Chile und Brasilien auf dem Plan, aber wegen der Corona-Pandemie musste die Familie drei Wochen früher zurück.

Verena Leyendecker und ihre Familie haben zwei Orte in Indien besucht, an denen es extrem viel regnet: Mawsynram und Cerrapunji. Die beiden Orte streiten sich um den Niederschlags-Weltrekord. Zur Zeit liegt Cherrapunji mit jährlich 26.000 Litern pro Quadratmeter vorne. Zum Vergleich. In Deutschland regnet es 500 bis 1000 Liter pro Quadratmeter im Jahr.

"Wir finden nasses Wetter mit vielen Gewittern interessant - wir wollen eigentlich keine Sonne."

Als sie diese regenreiche Region in Indien im Dezember besucht haben, war es allerdings sehr trocken und hat gar nicht geregnet. Zusammen mit dem Januar gehört der Dezember zu den trockensten Monaten. Regenzeit, also Monsun, ist von April bis September.

Mit dem Camper durch Neuseeland.
© Verena Leyendecker
Mit dem Camper durch Neuseeland.

Besonders beeindruckend war für Verena die Landschaft auf der Südinsel von Neuseeland. Dort sie sie mit dem Camper herumgereist. Bei Wanderungen durch den neuseeländischen Regenwald haben sie einfach niemanden getroffen.

Am Gletscher Torres del Paine in Chile
© Verena Leyendecker
Verena mit ihrer Familie am Gletscher Torres del Paine in Chile.

In Chile haben Verena, ihr Mann und die zwei Töchter - die für die Zeit aus der Schule befreit wurden - den Torres del Paine besucht. Einen Gletscher. Als sie frühmorgens ankamen, war noch wenig los, obwohl der Gletscher ziemlich bekannt ist. Die Familie hatte die Landschaft also für sich und konnte genau hinhören, wie das Eis des Gletschers knarrt und knackt. Immer wieder brachen größere Eisbrocken ab.

"Wir haben mehrere Stunden einfach nur zugehört, wie das Eis knackt, wie was abbricht - und auch die Farben des Eises haben gewechselt."
Beim Sandboarding in der Atacama-Wüste
© Verena Leyendecker
Beim Sandboarding in der Atacama-Wüste

Eigentlich wollte Verena noch zum trockensten Ort der Welt. Der liegt in der Atacama-Wüste, ganz im Norden von Chile an der Panamericana. Auch dort liegt eine Wetterstation. Dieser Programmpunkt musste allerdings kurz vorher gecancelt werden. Genauso wie die Reise nach Brasilien - denn dann grätschte ihnen die Corona-Pandemie dazwischen. Verena Leyendecker sagt: "Klar, das ist sehr traurig, aber wir sind auch froh, dass wir überhaupt noch zurückgekommen sind." Sie hofft darauf, diesen Teil der Reise, irgendwann nachholen zu können.

Wenn ihr noch mehr über die Wetter-Weltreise erfahren wollt - zum Beispiel auch, welcher Moment für Verena am beeindruckendsten war - dann hört euch das komplette Audio an.