Wenig Schlaf ist nicht nur ungesund, sondern macht auch einsam. Denn Unausgeschlafene sind unbeliebt und gelten als Menschen, von denen ein Risiko ausgeht.

Müde Menschen wirken fahrig und teilweise sogar gefährlich. Auch deshalb sind sie unbeliebter als wache Personen.

Das ist das Ergebnis einer Studie des Karolinska Institutet in Stockholm, das im Fachblatt Open Science der britischen Royal Society veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler fotografierten 25 Probanden, nachdem diese im Durchschnitt acht Stunden geschlafen hatten. Im zweiten Durchgang wurden sie erneut fotografiert, hatten aber nur rund vier Stunden hinter sich.

Schlafmangel lässt einen nicht nur schlecht aussehen

Dann schauten sich rund 120 Menschen die Fotos an. Das Ergebnis: Die Unausgeschlafenen wirkten wenig attraktiv, es gab wenig Interesse daran, sich mit ihnen zu treffen.

Die Wissenschaftler vermuten, dass es hier um Selbstschutz geht, der unterbewusst abläuft. Menschen mit Schlafmangel wirken auf andere wahrscheinlich krank. Sie stehen auch für ein höheres Unfallrisiko.

Schlaf ist wichtig für den Hormonhaushalt

Verwunderlich ist das nicht, denn mit dem Schlaf sind viele hormonelle Prozesse verbunden.

"Das Problem ist: Wenn wir in der Nacht zu wenig schlafen, dann funktionieren bestimmte Prozesse einfach nicht mehr."

Tagsüber Schlaf nachholen geht leider nicht so einfach. Das klingt für den Schlafforscher Lennart Knaack sogar leicht schizophren. Auch weil der Tag-Nacht-Rhythmus dadurch durcheinander gerät.

"Man fragt sich, warum die Leute nicht anfangen, einfach mal nachts ausreichend lange zu schlafen."

Ob Müdigkeit auch im Alltag tatsächlich zur Ausgrenzung führt, konnte die Studie nicht beantworten. Für all die Unausgeschlafenen gibt es also noch Hoffnung, nicht zu vereinsamen.