Mit einem großen Sofortprogramm will Mecklenburg-Vorpommern die Hausschweinbestände vor der Afrikanischen Schweinepest schützen. Dafür sollen zahlreiche Wildschweine gejagt werden. Im schlimmsten Fall droht der Abschuss aller Wildschweine. Sogar das Militär wird in die Überlegung mancher Jäger miteinbezogen.

Mecklenburg-Vorpommern hat nicht nur schöne Seen und Landschaften, sondern auch massenhaft Wildschweine. Für Schweinebauern könnten die zu einem großen Problem werden, denn die artverwandten Wildschweine können die Afrikanische Schweinepest übertragen. Realistisch verhindert werden könne dies nur dann, wenn es so wenig Wildschweine wie möglich gibt. 

"Die Jäger sollen statt 60.000 wie im vorherigen Jahr 80.000 Wildschweine zur Strecke bringen"
Silke Hasselmann, Landeskorrespondentin in Mecklenburg-Vorpommern

Der Wildschweinbestand muss dezimieren werden

Für jeden Frischling, der im Frühjahr geboren ist, bekommen die Jäger 25 Euro. Die Prämie gelte aber auch für nicht führende Bachen, also für Muttertiere, die keine Frischlinge mehr säugen, sagt Silke. 

Um eine Infektion des Schwarzwildbestandes mit der Schweinepest wirklich zu verhindern, sind viele Jäger der Meinung, dass nicht 20 Prozent, sondern bis zu 90 Prozent der Wildschweine erlegt werden müssten. Zwar wollen die Jäger lieber waidgerecht schießen, mit Mitteln der Jagd sei das aber nicht zu erreichen, sagt unsere Landeskorrespondentin. 

"Das heißt im Grunde auch mit militärischen Mitteln vorzugehen und quasi alles abzuschießen."
Silke Hasselmann, Landeskorrespondentin in Mecklenburg-Vorpommern

Politisch sei das natürlich nicht zu durchsetzbar und momentan auch der Bevölkerung nicht zu vermitteln, sagt Silke. Sollte die Schweinepest aber auf das Schwarzwild in Mecklenburg-Vorpommern überspringen - was Freizeitjäger Kurt nur für eine Frage der Zeit hält - dann wird es einen Vernichtungsfeldzug gegen das Schwarzwild geben müssen:  "Da reden wir nicht über 90 Prozent, sondern dann ist in diesen Bereichen das Schwarzwild zu 100 Prozent zu erlegen."

"Ähnlich machen das die Tschechen. Die schießen in diesen Bereichen alles komplett runter. Das wird auf uns auch zukommen. Für mich ist nur die Frage wann?"
Jäger Kurt in Mecklenburg-Vorpommern

Seit 2007 breitet sich die Afrikanische Schweinepest von Georgien ausgehend in Europa aus. Mittlerweile sind auch Tschechien und Polen betroffen. Mit Mecklenburg Vorpommern als direkter Nachbar von Polen sei Deutschland bedroht, so unsere Korrespondentin.

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Das Fleisch der geschossenen Tiere könne bedenkenlos gegessen werden, sagt Silke. Bevor es in den Verkauf geht, würde es auf Krankheitserreger hin untersucht. Das Problem sei ein anderes: Mecklenburg-Vorpommern ist das Bundesland mit den meisten Hausschweinen. Rund 850.000 Tier leben hier. Sollte sich das Virus auf diese Bestände ausbreiten, dann drohe wie bei der Vogelgrippe die Notschlachtung großer Bestände. "Und das gilt es hier unbedingt zu vermeiden", so unsere Korrespondentin.