Windkraft ist überall da, wo Wind ist - logisch. Wie sich die auch mal ganz witzig nutzen lässt, zeigt Netzbastler Moritz Metz: Windrad zum Selber-Nachbauen.

Der Dezember gehört zu den windigsten Monaten in Deutschland. Grund genug für Netzbastel-Profi Moritz Metz zwei Windräder zu bauen. Das geht ausgesprochen nerdig und mit einträglichem Stromgewinn - aber auch ganz einfach als Deko mit alten Wasserflaschen oder Getränkedosen.

Auf ein massives Stahlrohr schweißt Moritz eine Halterung, an die er ein gebrauchtes Fahrrad-Vorderrad mit Nabendynamo schweißt. Mit Kabelbindern befestigt er einen fünf Zentimeter breiten Streifen aus einem Kunststoff-Info-Schild vom Deutschlandfunk-Nova-Stand der re:publica 2018, außerdem Streifen aus Klebeband. 

Der Mast sitzt drehbar in und auf größeren Kugellagern. Natürlich läuft dieses Western-Windrad längst nicht so optimal wie beispielsweise ein mit komplexen Berechnungs-Tools erstellter und aus Abflussrrohr zugesägter Schnelläufer-Rotor. 

Der Nabendynamo liefert ab einer schwachen Brise genügend Strom, um das Windrad selbst zu beleuchten. Mithilfe eines 5V-Spannungswandlers für Fahrräder, mit dem man auch ein ein Handy aufladen kann, geht es auch. Gar nicht so schwierig.

Vorm Windrad-Aufstellen Regularien beachten

Doch was ein Windrad mit Horizontalachse kompliziert macht, ist nicht nur die Notwendigkeit einer drehbaren Achse, eines Starkwind-Schutzes und eines Blitzableiters, sondern vor allem die Regularien beim permanenten Aufstellen von Windrädern unter zehn Metern Höhe, die in einigen Bundesländern eine Baugenehmigung erfordern.

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Das Musik-Windrad

Unkomplizierter ist da Moritz' anderer Windradbau: Vertikalachs-Windrad mit Savonius-Rotoren aus vier an Aluminiumprofile genieteten Edelstahlschüsseln. Dazu ein Kugellager aus einem alten Skateboard-Rad, eine M8-Mutter, einen Griff aus Palettenholz sowie ein Stück Schrumpfschlauch. 

Das überträgt die Drehenergie des Windrades an eine Spieluhr, die bei genügend Wind keine geringere Melodie anstimmt, als Beethovens Ode an die Freude, die Europahymne. Grüße auch an den Medienkünstler Niklas Roy, der ebenfalls mit Wind Musik gemacht hat.