Microsoft hat scheinbar großes Interesse daran, dass alle Nutzer auf Windows 10 umsteigen. Das Upgrade nicht auszuführen, wird immer schwieriger.

Fragwürdige Methoden

Wenn ihr das Betriebssystem Windows nutzt, und ihr seid noch nicht umgestiegen auf Windows 10 - laut Statistik müsste das mindestens jeder Zweite von euch sein - dann werdet ihr dazu aufgefordert. Das Onlinemagazin "MS Power User" hat jetzt eine Microsoft-Methode aufgedeckt, bei der man als User erst mal sagt: Moment mal…

Bei manchen Usern im englischsprachigen Raum und in China ist das so gelaufen:

"Wenn man das Fenster, mit dem man aufgefordert wird, auf Windows 10 zu aktualisieren, wegklickt, dann bestätigt man gerade mit diesem Klick das Update."
Konstantin Zurawski, DRadio Wissen Netzreporter

Das kleine X oben rechts, mit dem ihr eigentlich sonst immer Fenster und Programme schließt, verliert also die gewohnte Funktion. Der Klick reicht aus, um den Installationsprozess einzuleiten.

Gegen die Intuition

Inzwischen ist nicht mehr klar, was genau bei welchem Klick eigentlich passiert. Heise Online rät dazu, den Text in allen Hinweisfenstern genau zu lesen - und auch die Hinweise, die Windows auf der eigenen Website gibt.

Warum macht Microsoft das?

Der Netzriese möchte unbedingt, dass die Nutzer kostenlos auf die neueste Version umsteigen. Das liegt natürlich nicht etwa daran, dass Microsoft so nett ist und den Kunden ein Geschenk machen will. Es hat gleich mehrere Gründe:

  1. Zum einen hofft Microsoft darauf, dass mehr Menschen ein Windows-Produkt kaufen, wenn es das aktuelle Betriebssystem kostenlos gibt. Im Sinne von: "Ich kaufe mir einen günstigen Laptop mit altem Betriebssystem und erhalte dann ein kostenloses Upgrade auf die neueste Software."
  2. Je mehr Menschen das neue Windows nutzen, desto interessanter ist das für Software- und App-Entwickler. Je mehr Nutzer es gibt, desto mehr Kunden nutzen potenzielle Apps. Und das steigert wieder die Kundenzahlen für Microsoft - denn je mehr Apps es für eine Plattform gibt, desto interessanter wird es wiederum für die User.
  3. Windows 10 läuft ja nicht nur für Desktoprechnern, sondern auch auf Tablets. Microsoft will auf lange Sicht auch im Markt mit Smartphones und Tablets erfolgreich sein - deshalb verbreitet es eine einzige Software, die es dem Nutzer dann auch einfacher machen würde, zwischen den verschiedenen Geräten zu wechseln. Je mehr Menschen Windows 10 nutzen, desto größer ist also auch die Chance, dass sich vielleicht auch manche ein Microsoft-Handy kaufen.

Umstellung - ja oder nein?

Es kommt darauf an, sagt Konstantin Zurawski. Er hat sich eine alte Version des Betriebssystems genau so eingerichtet, wie er es haben will, und hatte bisher keine Sicherheitsprobleme damit. Die ganze Arbeit mit der Umstellung spart er sich bis jetzt.

"Ich selbst nutze noch Windows 7, das läuft wunderbar und stabil. Warum sollte ich umstellen?"
Konstantin Zurawski

Andererseits: Windows 10 geht schonend mit den Systemressourcen um. Wer also einen lahmen Rechner hat, für den könnte sich das Upgrade lohnen. Für Geräte mit Touchscreen wird Windows 10 sowieso empfohlen, für schnelle normale Desktoprechner oder Laptops sagen die meisten Fachleute aber eigentlich: Der Umstieg ist überflüssig.

"Bis zum 29. Juli ist es noch kostenlos, danach kostet es über 100 Euro. Aber wer nicht aufpasst, bekommt Windows 10 ja eh zwangsinstalliert."
Konstantin Zurawski