Welche Windows-Version ist eigentlich gerade aktuell? Und wer nutzt überhaupt noch XP? Die Mitarbeiter der Finanzverwaltung in Berlin zum Beispiel. Sie arbeiten an 9097 Rechnern mit einem Betriebssystem, für das Microsoft offiziell den Support eingestellt hat. Leichtsinnig oder nicht?

Seit Ende 2001 ist XP auf den Markt. Im Netz sind das mindestens Jahrhunderte. Für uns ist der Support auch schon längst vorbei. Doch für Großkunden gab es eine Support-Extrawurst, erklärt Michael Gessat aus der DRadio-Wissen-Redaktion. Aus Kostengründen vereinbarte die Stadt Berlin mit Microsoft einen Extra-Support und Sicherheitsupdates noch bis Mitte April 2015. Dieses Notfallpaket kostete rund 300.000 Euro. Jetzt ist die Zeit abgelaufen. Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix fordert daher, sofort alle 20.000 XP-Behördenrechner abzuschalten.

"Wir werden den Online-Betrieb von Rechnern mit Windows XP ab Mittwoch beanstanden. Das ist ein unverantwortliches Risiko, dem die Bürgerdaten hier ausgesetzt werden."

Die Mitarbeiter in der Finanzverwaltung beschäftigen sich mit Steuerabgaben, dem Haushalt und Kreditgeschäften. Keine unwichtigen Daten also. Und nicht uninteressant für Hacker. Auch wenn der XP-Virenscanner noch bis Ende 2015 seinen Dienst tut, thematisieren die Piraten, die Grünen und netzpolitik.org die nahenden Sicherheitsprobleme seit Jahren.

Ein neues Betriebssystem wäre teuer

Bisher ist trotzdem nichts passiert. Neue Programme funktionieren häufig überhaupt nur mit neuen Betriebssystemen. In Berlin müssten viele alte PCs ausgetauscht werden, viel Spezialsoftware auf den Ämtern würde nach Updates überhaupt nicht mehr laufen. Umstellung, Schulungen und Support - all das würde Kosten verursachen.

404

Aber wie halten wir es eigentlich mit Updates? Schon Windows 8 auf dem Laptop? Klar ist: Die Aktualisierungen bringen nicht nur neuen Look auf die Bildschirme, sondern schützen uns beim Onlinebanking oder wenn wir im Sozialen Netz unterwegs sind. Deshalb lieber in einen günstigen Einsteiger-PC oder in ein neues Betriebssystem investieren, empfiehlt Michael Gessat aus der DRadio-Wissen-Redaktion - zu Hause und in der Berliner Finanzverwaltung.

  • Tschüss, Windows XP | Was das Ende des Betriebssystems für User bedeutet - Gespräch mit Sebastian Sonntag