Die Kosmetikbranche boomt, Produkte für Körperpflege und Schönheit lassen sich gut verkaufen. Ist das der Grund, dass Zalando jetzt auch auf Kosmetik setzt?

Es gibt Duschgel in allen Preisklassen – angefangen bei etwas mehr als einem Euro – nach oben gibt es keine Grenze, muss halt nur die richtige Marke draufstehen. Wirtschaftsjournalist Jörg Brunsmann geht davon aus, dass die Gewinnmarge bei diesen Produkten extrem hoch ist und dass das auch der Grund ist, warum Zalando jetzt angekündigt hat, in diesen Markt einzusteigen.

"Das mit der Kosmetik passt da ganz gut rein, quasi als Mitnahmeprodukt."
Jörg Brunsmann, Wirtschaftsjournalist

Gegenüber den alten Traditionsfirmen erweisen sich Internetfirmen als viel flexibler. Zum Beispiel hat Amazon vor rund 20 Jahren als reiner Buchhändler angefangen, heute ist der Onlinehändler ein riesiger Gemischtwarenladen, der fast alles anbietet – abgesehen von Gebrauchtwaren, Waffen und lebenden Tieren.

Auch Zalando hat innerhalb seiner noch recht kurzen Geschichte schon einen Wandel durchgemacht. Angefangen hat die Plattform als Schuhhändler, dann hat sie sich zum größten Modehändler in Europa entwickelt. Und jetzt sollen eben auch noch Kosmetikprodukte dazu kommen. Jörg Brunsmann vermutet, dass dieser Zweig nicht nur lukrativ ist, sondern auch in der Abwicklung viel unproblematischer als das Geschäft mit Klamotten. Denn die werden massenweise wieder zurückgeschickt, was bei Kosmetik nicht zu erwarten sein dürfte.

"Im Moment kauft nur jeder Fünfte Beauty-Produkte im Netz. Bei Reisen, Spielzeug und Mode ist die Quote deutlich höher."
Jörg Brunsmann, Wirtschaftsjournalist

Das Unternehmen schreibt, dass es mit dem neuen Bereich "mehrere Hundert Millionen Euro Umsatz" im Jahr machen wolle. Klingt viel, im Vergleich zum Gesamtumsatz in der Kosmetikbranche ist es aber nur ein sehr kleiner Bruchteil: 86 Milliarden Euro werden in dieser Branche jedes Jahr allein in Europa umgesetzt. Das, was Zalando da anpeilt, wäre also nur etwas mehr als 0,1 Prozent vom Gesamtmarkt.

"Als Zalando-Manager hätte ich auch den Finger gehoben und gesagt: 'Kommt Leute, das probieren wir mal, da geht noch mehr.'"
Jörg Brunsmann, Wirtschaftsjournalist