Der Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an den schottischen Ökonom Angus Deaton von der Princeton University. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Entwicklungs- und Gesundheitsökonomie. Ausgezeichnet wurde er für seine Analysen zu Konsum, Armut und Wohlfahrt.

Geld macht nicht unbegrenzt glücklich

In seiner wohl bekanntesten Studie von 2002 geht es um den Zusammenhang von Einkommen und persönlichem Lebensglück. Das Ergebnis: Geld allein macht doch glücklich, aber nur bis zu einer gewissen Grenze, die damals bei einem Jahresnettoeinkommen von 75.000 Dollar lag. In der gleichen Studie stellte er fest, dass Schicksalschläge wie Krankheiten oder Trennungen intensivere negativere Reaktionen bei geringer Verdienenden auslösten.

Ein anderer wichtiger Forschungsgegenstand des 69-Jährigen ist Indien. Er untersucht etwa, wie sich Armut auf die Gesundheit der Menschen dort auswirkt. Außerdem, wie man Armut gesichert messen kann und wie viele Menschen mit einem Dollar pro Tag auskommen müssen. Und vor allem, welche Chancen im Leben Menschen unter widrigen ökonomischen Bedingungen haben. Kritisch äußerte er sich in der Vergangenheit auch über die bisherigen Formen der Entwicklungshilfe. "Es geht viel zu sehr um uns und viel zu wenig um die Bedürfnisse der Menschen, die die Hilfe bekommen", so Angus Deaton.

Armut ist für ihn nicht nur ein wissenschaftliches Thema, erläuterte er in der Pressekonferenz nach der Verkündung des Nobelpreis-Kommitees: er sei jemand, sagte er, "der sich sorgt um die Armen in der Welt, wie Menschen sich verhalten und was ihnen ein gutes Leben verschafft."

Zusätzlicher Preis für Wirtschaft

Der Preis für Wirtschaft wird erst seit 1968 vergeben und ist eigentlich der "Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel". Daher wird er jedes Jahr erst nach Verkündung der ursprünglichen Nobelpreise ( für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Frieden) verliehen. Er wird aber gemeinsam mit den anderen bei der Preisverleihung am 10. Dezember überreicht und erhält dasselbe Preisgeld von umgerechnet etwa 850.000 Euro.