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Trister Plattenbau, Großstadtlärm, nichts als Landluft: All das ist Deutschland. Aber was macht das eigentlich mit uns? In der Ab 21 fragen wir uns, wie uns der Ort prägt, an dem wir aufwachsen.

Thanh, ist in der "Sorge", einer Plattenbausiedlung in Sachsen, aufgewachsen. Mittendrin in der vietnamesischen Community schätzte sie vor allem das Gefühl der Verbundenheit. Die Zeit in den frühen 1980er-Jahren verbindet sie rückblickend mit bestimmten Bildern und Gerüchen. Uns erzählt Thanh, was das Leben im Plattenbau mit ihr gemacht hat.

"Es hat sich sehr vertraut angefühlt, aber natürlich gab es auch schlechte Erinnerungen, die ich habe – in Sachsen wurden wir viel mit Rassismus konfrontiert."
Thanh Nguyen Phuong, ist in einer Plattenbausiedlung in Sachsen aufgewachsen

Wie Orte unsere Lebenswege ebnen

Was wäre eigentlich, wenn wir als Kinder an einem ganz anderen Ort aufgewachsen wären? Marcel Helbig arbeitet am Wissenschaftszentrum Berlin und ist Professor für "Bildung und soziale Ungleichheit" an der Universität Erfurt. Er erklärt uns, ob Orte in puncto Bildungschancen und soziale Ungleichheit unsere Lebenswege beeinflussen.

"Wir haben Nachbarschaften in Berlin, wo kein einziges Kind mit Hartz-IV-Bezug lebt und wir haben andere, wo 60 bis 70 Prozent in der Nachbarschaft Hartz-IV-Bezug haben."
Marcel Helbig, forscht als Professor zum Thema Bildung und soziale Ungleichheit an der Universität Erfurt

Dario Kranz arbeitet als Lehrer und Sozialarbeiter in Berlin-Gropiusstadt. Er selbst ist dort aufgewachsen und weiß um die sozialen Probleme des Stadtteils. Er berichtet über sein persönliches Verhältnis zu Berlin und sein Engagement für Kinder und Jugendliche.

"Natürlich haben wir hier hautnah Kontakt mit Kindern aus sozial schwächeren Familien."
Dario Kranz, Sozialarbeiter in Berlin-Gropiusstadt

Wissenswertes zu Lebenssituationen in Deutschland

  • Laut Stressforschern kommen Menschen vom Land besser mit Stress klar. Vor allem der Stallgeruch soll eine Wohltat für unser Immunsystem sein. Wohingegen das Immunsystem der Städter überreagiert, wenn chronisch psychosozialer Stress ansteht.
  • Journalist Kolja Mensing hat ein Buch über das "Aufwachsen in der Provinz" geschrieben, über die Provinz als Hintergrundfolie, die das gesamte weitere Leben bestimmen wird, selbst wenn man ihr längst den Rücken gekehrt hat.
  • Ost und West. Kapitalismus – Sozialismus. Freiheit – Diktatur. Wirtschaftswunder – Versorgungsmängel. Kindheit in der DDR, Kindheit in der BRD: Wie viele Ähnlichkeiten gab es im deutsch-deutschen Alltag jenseits des ideologischen Antagonismus? Das erfahren wir hier.
  • Gut zu wissen: Die Ungleichheiten in Deutschland (zum Beispiel auf dem Arbeits- oder Wohnungsmarkt) sind kein reines Ost-West-Problem. Laut dem Soziologen Michael Hartmann sind die Ungleichheiten (vor Corona) generell gestiegen. So fühlten sich viele Menschen in Provinzen, aber auch in manchen Ballungsräumen abgehängt.
  • In Bremerhaven Lehe sollen die Menschen mit den meisten Schulden leben. Von 37.500 Einwohnern ist hier jeder Dritte verschuldet. Viele sind hier arbeitslos und auf Hartz IV angewiesen. Wie es sich in dem Stadtteil lebt, zeigt diese Doku vom ZDF.
  • Übrigens: Menschen mit Migrationshintergrund haben in Deutschland in ihren Wohnsituationen durchschnittlich weniger Platz pro Person zur Verfügung. Für die Kinder bedeutet das, dass sie seltener ein eigenes Zimmer haben. Die Kinder sind außerdem häufiger von Armut bedroht.

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  • Ab 21
  • Moderator:  Utz Dräger
  • Gesprächspartnerin:  Thanh Nguyen Phuong, ist in einer Plattenbausiedlung in Sachsen aufgewachsen
  • Gesprächspartner:  Marcel Helbig, forscht als Professor zum Thema Bildung und soziale Ungleichheit an der Universität Erfurt
  • Gesprächspartner:  Dario Kranz, lebt und arbeitet in Berlin-Gropiusstadt, Gründer des Vereins 'Gropiusstadt bildet sich e.V.'