Der superschnelle Mobilfunk-Standard 5G und Falthandys – das sind die Stars beim Mobile World Congress, der am Montag (25.02.2019) begonnen hat. Korrespondent Alexander Nieschwitz über 5-G-Geräte, die uns nichts nutzen, faltbare Angeberhandys und günstigere Smartphones.

Jahrelang wurde darauf hingefiebert, eine Revolution soll er werden: der neue Mobilfunk-Standard 5G. Bald soll es so weit sein. Beim diesjährigen World Mobile Congress in Barcelona jedenfalls dreht sich schon alles um den superschnellen Datenfunk. Die meisten Geräte, die vorgestellt werden, unterstützen den Standard bereits, berichtet unser Korrespondent Alexander Nieschwitz. Der Haken dabei allerdings: Das nützt uns leider gar nichts! 

"Das sind Smartphones ohne Netz. Das macht keinen Sinn!"
Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent Alexander Nieschwitz über 5G-Smartphones

Denn bis 5G bei uns kommt, brauchen wir noch viel Geduld. Vor Ende nächsten Jahres wird es garantiert nichts, sagt Alexander, eher wird es noch zwei Jahre dauern. Laut Bundesnetzagentur soll bis Ende 2020 "ein weitreichender kommerzieller Betrieb" stattfinden können. Bis Ende 2022 sollen mindestens 98 Prozent der Haushalte, aller Bundesautobahnen, der wichtigsten Bundesstraßen und der wichtigsten Schienenstrecken mit einer Übertragungsrate von mindestens 100 Megabit versorgt sein.

Mobilfunk-Standard 5G: Superschnell aber noch weit weg

Wenn 5G dann aber mal kommt, wird es richtig flott: 100 Mal schneller als 4G soll die Übertragung dann sein, erklärt Alexander. Heißt zum Beispiel: Eine Folge unserer Lieblingsserie runterzuladen, würde gerade mal etwa eine Sekunde dauern. Bisher sei der 5-G-Ausbau auch noch im Zeitplan, sagt unser Korrespondent. Die Versteigerung der 5-G-Frequenzen am 19. März 2019 soll wie geplant stattfinden - ungeachtet auch der aktuellen Diskussion um die Frage, ob zum 5-G-Ausbau in Deutschland die Technik des chinesischen Anbieters Huawei eingesetzt werden soll. Skeptiker befürchten nämlich, sie könne zu Überwachungszwecken und Industriespionage eingesetzt werden.

Der Pressesprecher von Huawei sagte beim World Mobile Congress dazu, dass das US-Propaganda sei und nicht stimme. Gleichzeitig, so Alexander, sieht das chinesische Gesetz aber vor, dass chinesische Firmen im Ausnahmefall alles, was sie wissen, mit ihrer Regierung teilen müssen.

Neuheit Falthandy: Schlechtes Format, viel zu teuer

Der zweite Star auf der Messe neben 5G: Falthandys. Als einer von ganz wenigen Journalisten durfte Alexander eines der neuen Modelle mal ausprobieren: das Huawei Mate X. Eigentlich sieht es zugeklappt ganz normal aus, berichtet er. Das Besondere aber: Das Display zieht sich bis auf den Rand und dann rüber auf die Rückseite. Per Knopf lässt es sich ausklappen – von einem 6-Zoll-Smartphone zu einem Tablet mittlerer Größe.

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Alexander Nieschwitz probiert das Falthandy Mate X von Huawei aus.
© Alexander Nieschwitz
Hands on: Alexander Nieschwitz probiert das Falthandy Huawei Mate X aus.

So richtig begeistert ist unser Korrespondent allerdings nicht. Das Display ist dann nämlich quadratisch – und für Videos damit gar nicht geeignet. Entweder man hat große Balken auf dem Bildschirm oder muss so reinzoomen, dass das Bild abgeschnitten wird. Für Videos taugt das gar nicht, findet er. 

"Bei Videos ist das Huawei Mate X ein Flop."
Alexander Nieschwitz, Deutschlandfunk Nova

Das absolute Knock-out-Argument sei aber der Preis: Rund 2300 Euro möchte Huawei für das Mate X haben. Und bei den Falthandys der anderen Hersteller sieht es auch nicht viel besser aus: Auch das Galaxy Fold zum Beispiel kommt auf rund 2000 Euro. Alexanders Fazit: Sau viel und nicht ernst zu nehmen, nur was für Angeber.

Mobilfunk-Trend: Smartphones könnten billiger werden

Aber in Sachen Geld gibt es auch Gutes zu vermelden, berichtet unser Korrespondent vom World Mobile Congress. Die große Überraschung für ihn: Smartphones könnten bald billiger werden. Denn immer mehr chinesische Hersteller drängen nach Europa. Ihre Geräte bieten Funktionen, die wir sonst nur von Top-Smartphones kennen. Der Hersteller Xiomi zum Beispiel will in den nächsten Monaten das MI 9 herausbringen, das zum Beispiel einen Fingerprint-Sensor im Display hat. Das Gerät soll etwa halb so viel kosten wie Smartphones namhafter Hersteller mit der gleichen Technik. Wenn sich der Trend fortsetzt, so Alexander, dann könnten Smartphones in Zukunft günstiger werden.