• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Plantagenarbeit in den amerikanischen Südstaaten? Die globale Geschichte der Sklaverei ist mehr als das. Historiker Andreas Eckert zeichnet sie nach – von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. Sklaverei gab es fast überall auf der Welt. Es gibt sie bis heute.

Die Sklaverei in den Baumwollplantagen der US-amerikanischen Südstaaten hat das Bild von Sklaverei geprägt. Das liegt besonders daran, dass diese Form der Sklaverei Eingang in die Popkultur gefunden hat.

Dabei ist Sklaverei ein sehr vielfältiges Phänomen, sagt Andreas Eckert, Historiker und Afrikawissenschaftler an der Humboldt Universität Berlin. In seinem Vortrag beschreibt er eine globale Geschichte der Sklaverei, von Haussklaven im antiken Griechenland, über Sklaverei im Osmanischen und im Römischen Reich bis hin zum Kolonialismus.

"Sklaverei war insbesondere dort prominent, wo wir Demokratisierung und Zivilisation verorten – etwa im antiken Griechenland, in der Renaissance und in den Vereinigten Staaten nach der Unabhängigkeit."

Ab dem 15. Jahrhundert begann der Handel mit Menschen in die Kolonien. "Etwa 12 Millionen Menschen aus Afrika wurden über den Atlantik in die Amerikas verschifft," sagt Andreas Eckert. Bis ins 19. Jahrhundert, auch als der Sklavenhandel offiziell vielerorts eigentlich schon verboten war, wurden viele Menschen zwangsweise in die USA und die Karibik gebracht.

Widerstand auf Sklavenschiffen

Dabei wurde der Widerstand der Sklaven lange unterschätzt, sagt Andreas Eckert. Heute gehe man davon aus, dass Sklaven während der Überfahrt auf jedem 10. Schiff revoltiert haben. Zumeist wurde ihr Widerstand brutal niedergeschlagen, teilweise gelang es den Sklaven jedoch, die Besatzung und somit das Schiff zum Umkehren zu zwingen oder es auf hoher See zu zerstören, so der Historiker.

"Widerstand auf den Sklavenschiffen ist lange unterschätzt worden. Dabei war jede 10. Sklavenfahrt über den Atlantik von Revolten begleitet."

Auch heute sei Sklaverei noch aktuell, erklärt Andreas Eckert. So ließen sich beispielsweise Menschen, die aktuell in Booten übers Mittelmeer oder den Atlantik flüchteten mit den Sklaven auf den Schiffen der Kolonialzeit vergleichen. Damals starben viele auf den Überfahrten und auch heute ist die Fahrt oft eine Reise in den Tod. "Aber während damals die Menschen mit Gewalt auf die Schiffe gezwungen wurden, verlassen heute viele Afrika scheinbar freiwillig," sagt Andreas Eckert.

Der Vortrag:

"Sklaverei: Eine globale Perspektive" heißt der Vortrag von Andreas Eckert. Er hat ihn am 24. März 2021 im Rahmen der Reihe vhs wissen live der Volkshochschule im Landkreis Erding und der Volkshochschule Südost im Landkreis München gehalten.

Mehr zum Thema: