"World of Warcraft" ist eines der erfolgreichsten Computerspiele überhaupt. Jetzt soll ein Kinofilm die Schlachten zwischen Menschen und Orks erzählen und das nächste große Fantasy-Ding im Kino werden. Die ersten Filmtrailer sorgen für Aufregung im Netz. Aber ein Game als Film - kann das funktionieren?

Viel gibt es noch nicht von "Warcraft" zu sehen. Ein paar Filmschnipsel zeigen wütende Orks, strahlende Ritter, rasante Kamerafahrten durch fantastische Actionszenen. Bis der Film am 10. Juni 2016 in die Kinos kommt, ist noch viel Zeit für den Hype. Und für Spekulationen - ist die Geschichte von "Warcraft" spannend genug, um einen ganzen Film damit füllen zu können? Im Computerspiel sind die Gamer stundenlang damit beschäftigt, sich immer wiederholende Aufgaben zu erfüllen.

Aber die Produktion ist aufwändig: Der junge Regisseur Duncan Jones ist vielleicht unerfahren, hat aber mit "Moon" einen spannenden Erstling hingelegt, die Musik kommt von Ramin Djawadi, der die fantastische Game-of-Thrones-Musik geschrieben hat, dazu kommen viele gute Schauspieler. Zum Beispiel Travis Fimmel, den wir als nordisches Rauhbein aus der Serie Vikings kennen. Es ist ziemlich offensichtlich: Die Produktionsfirmen Legendary und Blizzard wollen einen Kinokracher hinlegen. Am besten mit vielen Fortsetzungen, der Film hat nicht umsonst den Untertitel "The Beginning".

"Die meisten Games, die früher für ein, zwei Millionen entwickelt worden sind, werden jetzt für 30, 40 Millionen entwickelt. Da ist es so, dass die Game-Industrie sich durch einen Scheißfilm nicht ihr Game kaputt machen will."

Eine Herausforderung für die Filmmacher: Sie müssen sowohl Warcraft-Fans begeistern als auch das Mainstream-Publikum, das mit den Spielen erstmal gar nichts am Hut hat. Das ging in der Vergangenheit oft schief. Zum Beispiel bei Uwe Boll, der deutsche Regisseur hatte ich auf Spieleverfilmungen spezialisiert - die die Fans und Kritiker oft etwas ratlos zurück gelassen haben. Er argumentiert, er habe das beste aus dem Budget und den mauen Spiele-Storys heraus geholt.

Mehr als nur ein paar Euro Lizenzgebühren

Natürlich gibt es auch gute und erfolgreiche "Spiel"-Filme. Die zwei Lara-Croft-Streifen mit Angelina Jolie in der Titelrolle zum Beispiel oder "Prince of Persia" mit Jake Gyllenhaal haben Game-Fans und Massenpublikum an die Kinokasse gelockt und den Studios fette Millionengewinne beschert. Das Ziel: Die Spielefirmen wollen nicht mehr nur ein paar Euro für Lizenzgebühren einsammeln, sie wollen auch gute Filme sehen - und so vielleicht auch ein paar neue Fans für ihre Games gewinnen.

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