Roboterexperten aus aller Welt treffen sich gerade in Tokio: Beim World Robot Summit treten verschiedene Roboter gegeneinander an. Dazu gibt es eine Ausstellung: die Japan Robot Week. Alles unter dem Motto: "Robotics for Happiness".

Roboter sollen das Wohl der Menschheit befördern und für Glück sorgen. Geht das denn? Unter gewissen Umständen in der Tat, sagt unsere Korrespondentin für Japan Kathrin Erdmann. Etwa, wenn der Roboter den Diener spielt und Speisen und Getränke serviert.

"Ein Roboter kann dann für Glück sorgen, wenn er einem zuhause das Bier bringt, wenn man auf dem Sofa sitzt."
Kathrin Erdmann, Korrespondentin für Japan

Das funktioniert bei den zahlreichen Exponaten, die man auf der Japan Robot Week bewundern kann, mal besser und mal schlechter. Einer der Roboter brachte nach Aufforderung statt der gewünschten "tomato" eine "potato".

Japaner sind offen für Roboter

Es gibt auch noch andere Möglichkeiten, um mit Robotern Glücksgefühle bei uns Menschen auszulösen: Entwickler haben die bekannte japanische Schauspielerin und Moderatorin Tetsuko Kuroyanagi nachgebaut – samt menschlichem Gesicht. Mit ihr kann man Gespräche führen. Manch einem Fan geht es danach anscheinend besser.

Mit der Robo-Version der bekannten japanischen Schauspielerin und Moderatorin Tetsuko Kuroyanagi kann man sich unterhalten.
© imago/ZUMA Press/Oleksandr Rupeta
Mit der Robo-Version der bekannten japanischen Schauspielerin und Moderatorin Tetsuko Kuroyanagi kann man sich unterhalten.

Der Favorit von Kathrin Erdmann war allerdings ein deutlich simpleres Model: ein Partyroboter mit knallrotem Kopf und Knutschlippen. Er spielt Musik und klatscht dazu in die Hände.

In Japan gibt es weniger Berührungsängste mit Robotern als bei uns in Deutschland, sagt Erdmann. Der Mensch macht bestimmte Tätigkeiten einfach nicht so gerne. Und dafür ist dann der Roboter da und greift dem Menschen unter die Arme. 

Roboter als Hilfen gegen den Pflegenotstand

Japan ist – erneut – weltweit die Nummer Eins bei der Herstellung von Robotern, das hat der gerade veröffentlichte Industrial Robot Report 2018 ergeben. Das habe unter anderem mit dem Fachkräftemangel in Japan zu tun, sagt Erdmann. An allen Ecken und Enden fehlten Pflegekräfte (aus Fleisch und Blut). 

Ein Grund dafür, so Erdmann: Die Migration in Japan ist viel geringer als etwa bei uns in Deutschland. Von den Robotern verspricht man sich gerade in diesem Bereich eine Menge, deshalb werde so viel Geld in Forschung und Entwicklung gesteckt. 

Roboter messen sich in verschiedenen Disziplinen

Beim World Robot Summit treten verschiedene Roboter in unterschiedlichen Disziplinen gegeneinander an: etwa Roboter des Toyota-Konzerns gegen Modelle, die von Studententeams diverser Universitäten entwickelt wurden. Die Roboter müssen auf Bedürfnisse des Menschen reagieren und bestimmte Aufgaben erledigen können.

Ein anderer Wettbewerb richtet sich ausschließlich an Rettungsroboter. Hier ist auch ein Team der TH Nürnberg dabei, die den Rescue Robot "Schrödi" entwickelt haben. Er kann über holpriges Gelände fahren und hat Sensoren und Kameras, um Menschen  nach einer Katastrophe ausfindig machen zu können. Außerdem hat "Schrödi" einen Roboterarm, mit dem er in Notfällen, etwa bei einem Erdbeben, auch mal eine Tür öffnen kann.

Mehr zum Thema: