Der neue Kinofilm "Wunderschön" erzählt gefühlvoll und stimmig von Frauen, die mit unterschiedlichen Rollenmodellen zu kämpfen haben. Wir sprechen mit der Regisseurin Karoline Herfurth.

Die Schauspielerin und Filmemacherin Karoline Herfurth musste in diesem Fall Nerven wie Drahtseile beweisen: Am 17.12.2020 sollte ihre dritte Regiearbeit "Wunderschön" in die Kinos kommen, mitten in der zweiten, großen Corona-Welle. Er wurde mehrfach verschoben und startet nun, am 3. Februar – 413 Tage später als geplant.

Auch der dritte, eigene Kinofilm von und mit Karoline Herfurth ist wieder toll geworden – eine Tragikomödie über unterschiedlich junge und ältere Frauen, die mit Rollenmodellen, Schablonen und Klischees kämpfen: zu dick, zu dünn, zu jung, zu alt, nicht sexy genug oder zu sexy.

"Wunderschön" ist episodisch von einem tollen Ensemble gefühlvoll und stimmig erzählt (Karoline Herfurth, Nora Tschirner, Emilia Schüle, Martina Gedeck und andere).

Wir sprechen mit der Schauspielerin und Regisseurin darüber, was es bedeutet, wenn ein so großes Projekt von einer Pandemie durchgeschüttelt wird, und über den Film selbst, der ein aktuelles Thema beschreibt: Body Shaming vs. Body Positivity, es geht um die Frage, wie und woher Frauen sich Kraft und Mut holen sollen, in einer Welt, die geprägt ist von Vorgaben, Klischees und Schablonen.

"Ich glaube schon, dass wir insgesamt groß geworden sind mit dem Anspruch, uns nach einem äußeren Bild zu richten. Wie soll ich sein? Wie soll ich mich fühlen? Noten dafür bekommen. Und das hat ja nichts mit dem eigentlichen, kreativen Potential von innen heraus zu tun."
Karoline Herfurth, Schauspielerin und Regisseurin

Mit "Station Eleven" und "All Of Us Are Dead" schauen wir außerdem in dieser Ausgabe in zwei neue, völlig unterschiedliche Pandemie-Serien hinein. "Station Eleven" (Amazon Prime) ist eine Dystopie über das Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen, ausgelöst durch eine tödliche Variante der Grippe.

Gedreht wurde die Serie übrigens 2019, als noch keine Rede von einer Corona-Pandemie war.

"All Of Us Are Dead" ist dagegen eine Südkoreanische Zombie-Apokalypse (Netflix), auch ausgelöst durch einen Virus. Dieser ist allerdings von Menschen gemacht, und er gerät völlig außer Kontrolle.