Eine neue Studie zeigt, dass Kariesbakterien raffinierte Schutzschilde aus anderen Bakterien bauen und sich damit vor Mundhygiene schützen. Die runden Bauten lassen sich nur schwer entfernen.

Forschende aus den USA, unter anderem von der University of Pennsylvania und vom Georgia Institute of Technology in Atlanta, haben 30 Zähne untersucht. Diese waren zuvor Kindern gezogen worden, weil sie schwer von Zahnkaries befallen waren.

Kariesbakterien verstecken sich unter Schutzschild

Die 30 Zähne untersuchten die Forschenden mit einem speziellen Mikroskop. Dabei stellten sie fest: Auf den meisten Zähnen hatte der Zahnbelag, sozusagen der Biofilm, der sich auf den Zähnen befindet, eine besondere Struktur. Diese Struktur war so aufgebaut, dass sie schützend über den Kariesbakterien lag, fasst Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ann-Kathrin Horn zusammen.

Kuppeln schützen Zahnlkaris-Bakterien
Kuppelartige Gebilde auf unseren Zähnen, dienen Karies-Bakterien als Schutzschild.

Runde Kuppeln, die auf den Zähnen liegen

Diese runden Strukturen, die sich auf unseren Zähnen befinden, bieten den perfekten Schutz für die Kariesbakterien. Manche dieser kuppelförmigen Anordnungen sind klassisch rund, andere haben eher die Form von Maiskolben oder stacheligen Igeln. Den runden Aufbau fanden die Forschenden bei all diesen kleinen Kuppeln.

"Manche dieser Kuppeln waren klassisch rund, andere hatten eher die Form von Maiskolben oder stacheligen Igeln."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Woraus die kuppelförmigen Strukturen auf unseren Zähnen bestehen

Die Forschenden haben sich angesehen, woraus die runden Strukturen genau aufgebaut sind. Sie haben festgestellt, dass die Kuppeln aus verschiedenen Arten von Bakterien bestehen. Bakterien, die für unsere Zähne eher ungefährlich sind.

Wie ein Schutzschild für Kariesbakterien funktioniert

Die Bakterien, die für Karies verantwortlich sind, liegen im Inneren dieser Kuppeln, ganz dicht aneinandergereiht. Außen herum liegen andere Bakterien, die eher harmlos sind.

Die Forschenden vermuten, dass die Kariesbakterien diese spezielle Anordnung selbst hervorrufen. Das heißt, dass sie möglicherweise eine Methode haben, die dazu führt, dass sie sich mit anderen Bakterien umgeben können und somit weitgehend ungestört im Inneren der Kuppeln überleben können.

Kuppelförmige Anordnungen sind ziemlich stabil

Bei Erwachsenen ist die Zahnhygiene oft so gut, dass sie weniger Probleme mit Karies haben als Kinder. Allerdings ist es relativ schwer, die kuppelförmigen Strukturen auf unseren Zähnen wieder zu entfernen, wenn sie erst einmal entstanden sind.

Die Forschenden haben die Kuppeln mit Wirkstoffen behandelt, die auch bei der Zahnreinigung und in Mundspüllösungen enthalten sind. Dabei haben sie festgestellt, dass die Strukturen recht stabil sind. Die Zahnreinigung war nur dann wirksam, wenn die Kuppeln an irgendeiner Stelle nicht mehr intakt waren und beispielsweise eine Lücke aufwiesen.

Strukturen erforschen, um Schädlichkeit zu bestimmen

Die Forschenden dieser Studie ziehen das Fazit, dass es wichtig ist, herauszufinden, wie solche Strukturen aufgebaut und angeordnet sind, um zu bestimmen, wie gefährlich bestimmte Bakterien sind. Denn möglicherweise sind Bakterien schädlicher und robuster als üblicherweise, wenn sie in bestimmten Strukturen auftreten, zum Beispiel wie in diesem Fall mit einer schützenden Hülle um sie herum.

Verhindern, dass Kariesbakterien Schaden anrichten

Wenn Kariesbakterien bereits anfangen haben Schaden anzurichten, ist es schwieriger, gegen sie vorzugehen. Diese neue Studie bestätigt im Prinzip, dass wir von vorneherein verhindern sollten, dass die Kariesbakterien die Zähne angreifen. Denn, wenn die Kariesbakterien zu lange Zeit hatten, um die Zähne kaputtzumachen, dann ist es schwer, den Schaden klein zu halten.