Ordnung ist das halbe Leben. Julia lebt wirklich in dieser Hälfte – freiwillig und seit der Teenagerzeit. Vieles deutet darauf hin, dass gut sortierte Menschen in der Regel gesünder leben als chaotische, sagt Psychologin Annegret Wolf.

Als Kind wollte sie immer alles aufheben. Im Alter von 12, 13 hat Julia dann entdeckt, dass Sortieren ihr Spaß macht. Bis heute macht ihr das prüfende Aussortieren große Freude – bei Schreibwaren und Krimskramskisten zum Beispiel. Ihre Lieblingskategorien sind Büroartikel und Kleidung. Im Podcast "einfach_aussortieren" hat sie ihre Systematik dokumentiert. Es lasse sich eigentlich immer ein Stift finden, der nicht mehr schreibt, sagt sie.

"Klar, je mehr man aussortiert, desto besser fühlt es sich an. Am besten hat es sich angefühlt, als ich mit Minimalismus und Aussortieren angefangen habe. Das war so 2016."
Julia, hostet den Podcast "einfach_aussortieren" und ist mit Ordnung groß geworden

Mit 15 hat sie dann ihr eigenes Zimmer selbstständig renoviert und sich zuvor überlegt, wie ihr Traumzimmer aussehen soll. Später hat sie dann das Buch von Marie Kondō gelesen, eher gesagt verschlungen.

"Ich glaube, es kam mit 13, mit der Pubertät, der eigene Wunsch auf, so das Zimmer meinem Alter anzupassen oder mich von ein paar Sachen zu trennen, die für mich sehr noch mit dem Kindsein verhaftet waren."
Julia, hostet den Podcast "einfach_aussortieren" und ist mit Ordnung groß geworden

Heute ist sie überzeugt: "Ich brauche Ordnung, um mich wohlzufühlen." Das bedeutet allerdings nicht, dass sie sich wirklich von allen Dinge grundsätzlich trennen kann. Julia schränkt ihren recht umfassenden Wunsch nach Ordnung so ein: "Wenn ich etwas richtig gerne mag, sortiere ich das nicht aus."

Aussortieren und Aufräumen

Die Ordnung, die Struktur erarbeitet sie durch Listen. Diese Tätigkeit gibt ihr ein Gefühl von Struktur – auch im Innern: "Wenn zumindest von außen alles ordentlich ist, fühle ich mich auch im Innern irgendwie aufgeräumte."

Ihr Rhythmus: Etwa einmal im Jahr wird bei Julia anhand einer Liste aussortiert. Aufräumen tut sie einmal am Tag. Auch ihre geplanten Anschaffungen setzt sie auf eine Liste.

Auch Elektronik braucht Ordnung

Sie sagt: "Ich hinterfrage vielmehr, was ich im Laden kaufe." Am Ende hat sie Zeit für immaterielle Sachen gewonnen, auch für ihren Podcast.

"Als nächstes sind alle digitalen Kategorien dran. Da bin gerade dabei, das vorzubereiten. Als nächstes werden die ganzen Festplatten und Computer aufgeräumt."
Julia, hostet den Podcast "einfach_aussortieren" und ist mit Ordnung groß geworden

Grundsätzlich fördere eine aufgeräumte Umgebung die psychische und körperliche Gesundheit, sagt die Psychologin Annegret Wolf. Das sei durch eine große Zahl von Untersuchungen belegt. Ordnen und Putzen könne auch der Stressbewältigung dienen:

"So ein cleaner Arbeitsplatz, eine saubere Wohnung hat halt wirklich mehrheitlich positive Effekte auf unsere Gesundheit - sowohl körperlich als auch psychologisch."
Annegret Wolf, Psychologin

Putzen gebe quasi die Kontrolle zurück. Wer allerdings auf der Suche nach Kreativität und Impulsen sei, könne eine gewisse Unordnung durchaus gebrauchen, räumt die Psychologin ein.

"Das geordnete Chaos ist wichtig, gerade wenn es darum geht, kreativ oder innovativ zu sein. Diese leichte visuelle Ablenkung kann echt anregend wirken."
Annegret Wolf, Psychologin

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In diesem Beitrag enthaltene Kapitel:
  • Julia, hostet den Podcast "einfach_aussortieren" und ist mit Ordnung groß geworden
  • Annegret Wolf, Psychologin
  • Ab 21
  • Moderator:  Dominik Schottner
  • Gesprächspartnerin:  Julia, hostet den Podcast "einfach_aussortieren" und ist mit Ordnung groß geworden
  • Gesprächspartnerin:  Annegret Wolf, Psychologin