In vielen Speisen ist Zucker drin. Die süße Versuchung wegzulassen ist gar nicht so leicht. Das liegt auch an unseren Genen. Ein Selbstversuch zeigt aber: Zuckerfasten tut uns richtig gut.

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Rebekka Endler bekennt: "Ich war zuckersüchtig!" Schokolade und Kakao waren ihr ein und alles. Aber sie hat vor einigen Jahren beschlossen, Zucker zu fasten. Und das war gar nicht so einfach. Schon beim Frühstück sagte der Zucker "Guten Morgen!". Im Saft, im Müsli, im Kaffee – überall ist er drin. Der Verzicht ist schwierig, sagt die Ökotrophologin Maike Ehrlichmann, aber auch richtig.

"Komplett zu verzichten, macht einen immer ein bisschen krank im Kopf. Aber wenn man das eine Weile macht, dann weiß man wieder, was man wirklich will."
Maike Ehrlichmann, Ökotrophologin

Der Evolutionspsychologe Daniel Ehlebracht sagt, dass wir Menschen seit Jahrtausenden möglichst viel Zucker essen wollen. "Wenn jetzt ein Steinzeitmensch die Gelegenheit hatte, mal etwas Honig oder süße Beeren zu verspeisen - was sich eben nur selten ergeben hat - dann ist es in einer Umgebung mit relativer Nahrungsknappheit ziemlich klug, davon möglichst viel zu essen."

Zucker sichert eigentlich unser Überleben

Rebekka kämpfte also gegen jahrtausendalte genetische Veranlagungen. Doch dass, was Steinzeit-Menschen mit Energie versorgt hat, sorgt heute für Übergewicht und Diabetes. Wer es besser machen will, dem rät Maike Ehrlichmann zur Geschmacksrichtung "bitter". Bitter, sagt sie, befriedige auch das Verlangen nach Süßem. 

Außerdem sei das nachmittägliche Zuckertief ein Mythos. Aus körperlicher Sicht fehle ja nichts, erklärt sie. "Was hilft ist, einmal aufstehen und Treppen steigen. Danach merkt man, ob man ob man vielleicht nur ein bisschen Sauerstoff brauchte."

40 Tage ohne Zucker

Süßer Geschmack ist übrigens der einzige Geschmack, der dem Menschen angeboren ist. Selbst Neugeborene finden süß richtig gut. Rebekka hat es trotzdem durchgezogen. Ihr hat es in den ersten beiden Wochen geholfen, ihr Zuckerfasten an die große Glocke zu hängen. Denn wenn alle Bescheid wissen, hilft das beim Durchhalten. Und am Ende ihrer 40 Tage Fasten hat schon ein kleines bisschen süß, schon richtig süß geschmeckt.

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